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| 20:45 Uhr

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz
Pflege-Schlüssel nervt Kliniken

Cottbus. Personal-Stärkungsgesetz – Lausitzer Krankenhäuser zwischen Personalmangel und Bürokratie.

Bürokratiemonster, praxisfern, befördert Qualitätsunterschiede in der Klinik und behebt schon gar nicht den Fachkräftemangel – so wird das seit Januar geltende Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in Lausitzer Kliniken kommentiert.

Bundesgsundheitsminister Jens Spahn (CDU) will durch konkrete Vorgaben die Pflege in deutschen Kliniken sichern und verbessern, unter anderem mit einem Pflegepersonalquotienten. Heißt konkret: Kliniken, die ab August 2019 in ihren pflegeintensiven Bereichen unter die statistisch ermittelten Zahlen fallen, müssen mit Strafzahlungen und mit Bettenabbau rechnen.

Die Nachweisführung dieser schichtgenauen Personaluntergrenzen sei mit einem enormen Dokumentationsaufwand verbunden. Sie würden ebenso die Flexibilität und unternehmerische Freiheit einer Klinik beschneiden, befürchtet etwa Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer der Lausitz Klinik Forst.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat überhaupt Zweifel am Pflegepersonalquotienten. Das Verhältnis von Personalausstattung mit Pflegevollkräften zum Pflegeaufwand sei nicht das richtige Instrument, um eine angemessene Personalausstattung beurteilen zu können. Es fehlten der Bezug zum Qualifikationsniveau und -mix und Aufgabenzuordnungen.

Auch für den Fachkräftemangel ist das Gesetz nicht die richtige Antwort. Pflegedirektor Kay Hilbiber vom Klinikum Dahme-Spreewald: Mit Einsatzvorgaben können keine Pflegekräfte geschaffen werden, die auf dem Arbeitsmarkt nicht verfügbar sind.