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| 18:53 Uhr

Noch keine Statistik
Brandenburg: Wie lange braucht ein  Rettungswagen?

 Noch wurde nicht systematisch erfasst, wie lange Rettungswagen in Brandenburg brauchen, ehe sie an der Unfallstelle ankommen.
Noch wurde nicht systematisch erfasst, wie lange Rettungswagen in Brandenburg brauchen, ehe sie an der Unfallstelle ankommen. FOTO: Jörg Lantelme - stock.adobe.com / Jörg Lantelme / Fotolia
Potsdam. Hilfsfristen werden in Brandenburg weiter nicht genau erfasst. Das Innenministerium arbeitet an einer Statistik. Von Benjamin Lassiwe

Im Land Brandenburg gibt es weiterhin keine exakten Daten darüber, wie lange es in einer bestimmten Kommune nach einem Alarm dauert, bis ein Rettungswagen eintrifft. Das bestätigte das Innenministerium auf Nachfrage. Am Dienstag hatten Vertreter der „Björn-Steiger-Stiftung“ auf einer Fachtagung in Berlin kritisiert, dass es vielerorts keine genauen Daten darüber gibt, wie Rettungsdienste die so genannte Hilfsfrist, also den Zeitraum, bis ein Rettungswagen beim Patienten ist, einhalten. Oft werde nur ein landes- oder kreisweiter Durchschnitt erfasst. Dabei hatte eine Stichprobe in Baden-Württemberg hatte ergeben, dass vor allem Orte, die sich an Kreisgrenzen und damit am Rande gleich mehrerer Einsatzbezirke von Rettungswachen befinden, wesentlich schlechter versorgt sind, als Orte im Zentrum eines Landkreises.

In Brandenburg regelt das Rettungsdienstgesetz, dass jeder an einer öffentlichen Straße gelegene Einsatzort in 95 Prozent der Fälle in weniger als 15 Minuten erreicht werden muss. Diese Frist umfasst dabei den Zeitraum vom Eingang der Notfallmeldung in der integrierten Leitstelle bis zum Erreichen des Einsatzortes durch das ersteintreffende Rettungsmittel. Wie der stellvertretende Pressesprecher des Innenministerium, Andreas Carl, der RUNDSCHAU mittelte, gebe es jedoch keine „gesetzliche Verpflichtung der Hilfsfristerfassung in jeder Kommune“. Die Träger des Rettungsdienstes würden dem Land lediglich einzelne statistische Daten übermitteln, „auch zu den Hilfsfristen“.

Derzeit arbeite das Innenministerium aber gemeinsam mit den Trägern des Rettungsdienstes und den Integrierten Regionalleitstellen und unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände an der Einführung einer einheitlichen Statistik. Diese solle dann vergleichbare Hilfsfristen für jeden einzelnen Träger des Rettungsdienstes ausweisen.