• Wie wird das Wetter zu Weihnachten?
  • Donald Bäcker, Wetterexperte im ARD-Morgenmagazin, gibt eine Prognose.
  • Verraten wird auch, wann es die letzten weißen Weihnachten in Brandenburg gab.
  • Donald Bäcker erzählt zudem, was die Schneekatastrophe von 1978/79 in Brandenburg  bei ihm ausgelöst hat.
Wird Donald Bäcker, Wetterexperte im ARD-Morgenmagazin, gefragt, ob die Menschen in Brandenburg mit Schnee zu Weihnachten rechnen können, dämpft der 53-Jährige die Hoffnungen.
Am Dienstag, 21. Dezember, prognostizierte Bäcker bis Mittwoch noch kalte Nächte mit Frost auch in Brandenburg. Im Osten um Frankfurt (Oder) fiel sogar leichter Schnee, vielerorts mussten Autofahrer ihre Scheiben frei kratzen. Auch am Mittwoch (22.12.) soll es von Norden – aus Mecklenburg-Vorpommern – noch leichten Schnee geben. Und dann die Enttäuschung: „Am Donnerstag geht es los, dann gibt es von Westen her Regen“, sagte Donald Bäcker am Dienstag im Morgenmagazin. Am Freitag, Heiligabend, erreicht die warme Luft Brandenburg. Dann soll es deutlich milder, windiger und regnerisch werden.
Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst erwarten am Donnerstag leichten Schneefall, später Schneeregen oder Regen. Auch gefrierender Regen ist nicht ausgeschlossen. Ausgerechnet an Heiligabend gehen die Temperaturen mit 5 bis 8 Grad steil nach oben. An den beiden Weihnachtsfeiertagen wird bei wieder niedrigeren Temperaturen Schmuddelwetter mit Regen oder Schneeregen erwartet.

2010 gab es zuletzt viel Schnee zum Fest

Weiße Weihnachten gab es zuletzt im Jahr 2010. In Brandenburg und Berlin lagen zwischen 10 und 40 Zentimeter Schnee. „Es war das Schnee-reichste Fest seit 1892 – gefolgt von 1981 und 1986“, hat Donald Bäcker in seinem Archiv recherchiert. Er erinnert sich, dass es auch in seiner Kindheit im Norden Brandenburgs nur selten weiße Weihnachten gab, obwohl es damals kälter war. „In Brandenburg gab es immer schon das berühmte Weihnachtstauwetter – im Normalfall ist es zu den Festtagen grün“, so Bäcker. Zu Silvester gibt es dann oft einen Wetterumschwung.
Andere Wetterdienste haben bereits erklärt, es könnte der „härteste Winter aller Zeiten“ bevorstehen. „Das sind die Scharlatane, die auf der Suche nach Schlagzeilen sind“, bewertet Donald Bäcker die Aussagen. Heute dürfe sich jeder Meteorologe nennen, der sich mit Wetter beschäftigt. Und es gebe eben einige, die einen Jahrhundert-Winter prophezeien, der dann nicht kommt.

Harter Winter ist möglich

Einen harten Winter will Bäcker, der selbst die Ausbildung zum Technischen Assistenten für Meteorologie an der Wetterstation Neuruppin und in Potsdam absolviert hat, nicht ausschließen. Trotz des Klimawandels könne es noch Ausreißer geben – deshalb könnte auch ein heftiger Winter bevorstehen. „Die Klimatologen sagen auch: Unser Wetter wird extremer.“
Die Schneekatastrophe von 1978/79 in Brandenburg war für den jungen Donald Bäcker ein Auslöser, sich mit dem Wetter zu beschäftigen. Solche Schneemassen seien auch heute in Brandenburg noch denkbar, meint er.
Winterkampf in der Lausitz 1978/79

Bildergalerie Winterkampf in der Lausitz 1978/79

Kartoffelsalat mit Würstchen

Die Weihnachtsfeiertage wird der Wetterexperte mit seiner Familie ruhig zu Hause in Walsleben verbringen. Was es zu Essen gibt, darüber werde noch diskutiert: „Aber wahrscheinlich gibt es an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen oder Buletten; am ersten Feiertag kommt eine Weihnachtsente auf den Tisch. Die stammt vom Nachbarn und ist garantiert Bio.“