ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:43 Uhr

Wenn Kollegen Briefe schreiben

Wo sonst der SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher den Hauptausschuss des Brandenburger Landtags leitet, saß der RBB-Kollege Dirk Platt. Und auf dem Platz der Schriftführer waren die Schnittchen aufgebaut.

An einem Abend im Februar waren es nicht die Abgeordneten, die den Sitzungsraum 306 im Landtag bevölkerten, es waren die Mitglieder der Landespressekonferenz. Die Korrespondenten der Zeitungen, Hörfunksender und Fernsehstationen hielten ihre Mitgliederversammlung ab.

Im Normalfall dringt vom Wirken dieses Vereins wenig nach außen: Pressekonferenzen organisiert er, eine Broschüre mit den wichtigsten Telefonnummern des Landes wird herausgegeben. Seine wichtigste Aufgabe aber ist der Schutz der Pressefreiheit. Weswegen die Landespressekonferenz am Freitag in der Affäre um Regierungssprecher Thomas Braune aktiv wurde: Dass ein Journalist Platzeck mit Mikrofon und Kamera bei einem öffentlichen Termin anspricht, sei keine unlautere Arbeitsmethode gewesen, heißt es in einem Brief. "Denken wir Ihre Argumentation weiter, würde das bedeuten, dass ein Ministerpräsident auf offiziellen Terminen nur noch gefilmt und gefragt werden darf, wenn er sein ausdrückliches Einverständnis gibt, und ihm das Thema auch genehm ist."

Worte, die im Land Brandenburg Gewicht haben: Braune kündigte noch gestern an, auf den Verein und seine Mitglieder zuzukommen. Das Ergebnis freilich wird erst die Zukunft zeigen.

P.S.: Es ist schon erstaunlich, mit welcher Lautstärke sich manche Oppositionsvertreter derzeit in der Affäre Braune zu Wort melden. Wer im Glashaus sitzt, sollte ja eigentlich nicht mit Steinen werfen - vielleicht lohnt in einer ruhigen Minute mal ein Blick in den Ordner mit den alten Telefonrechnungen im heimischen Büro, Rubrik "Einzelverbindungsnachweis" . . .