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Wenn kein Geld für Eis mehr da ist

Wenn das Monatsende nahe ist, muss in manchen Familien besonders gut gerechnet werden. Ein Eis kann dann manchmal schon zu teuer sein.
Wenn das Monatsende nahe ist, muss in manchen Familien besonders gut gerechnet werden. Ein Eis kann dann manchmal schon zu teuer sein. FOTO: dpa
Potsdam. Die Mutter, die mit ihren drei Kindern beim Motocross in Seelow am Eisstand stand, konnte den Wunsch ihres Nachwuchses nicht erfüllen. "Es ist Monatsende", sagte die Frau. Benjamin Lassiwe / iwe1

"Es gibt kein Eis." Von dieser Szene berichtete die Landtagsabgeordnete der Linken, Bettina Fortunato, am Dienstag in Potsdam.

Denn Brandenburgs rot-rote Regierungskoalition will in den nächsten Monaten den Kampf gegen die Kinderarmut im Land verstärken: Schließlich leben in der Mark rund 22 Prozent der Kinder in Armut, obwohl die Arbeitslosenquote in Brandenburg mit nur noch sieben Prozent einen neuen Tiefstand erreicht hat. "In den großen kreisfreien Städten liegt die Kinderarmut in Brandenburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt", sagte Fortunato. "Unser Ziel ist es, die Verfestigung der Armut über mehrere Generationen zu durchbrechen."

In dem Antrag fordern SPD und Linke die Landesregierung auf, basierend auf den Ergebnissen des Runden Tisches "Starke Familien - Starke Kinder" bis zum zweiten Quartal 2019 Handlungsempfehlungen vorzulegen. Ferner soll sich das Land im Bundesrat für die Einführung einer Grundsicherung für Kinder sowie eine weitere Erhöhung des Kindergeldes einsetzen. "Der Kampf gegen die Kinderarmut ist kein kurzer Sprint, sondern ein Dauerlauf", sagte die aus dem Spreewald stammende SPD-Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann.

Doch auch Dauerläufer müssen darauf achten, eines Tages ihr Ziel zu erreichen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben verwies deswegen am Dienstag darauf, dass durch die Festlegung im Antrag, die Handlungsempfehlungen erst 2019, kurz vor der nächsten Landtagswahl, zu präsentieren, viel Zeit verloren gehe. Seine Fraktion habe im Landtag schon mehrfach Anträge zum Kampf gegen Kinderarmut präsentiert. "Wir werden jeden Vorschlag aufgreifen, der sinnvoll ist, um Kindern zu helfen", sagte Senftleben. "Aber wir haben schon drei Jahre verloren, und nun verlieren wir noch einmal Zeit."