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| 02:37 Uhr

Wenn die Party plötzlich umzieht

Alexander Gauland hätte gern groß gefeiert. In der Lobby vor dem Plenarsaal des Landtags sollten die Gäste seines 75. Geburtstags schick bewirtet werden – wer den Landtag und sein Catering kennt, kann sich vorstellen, wie es ausgesehen hätte: Stehtische vor dem Plenarsaal, ein oder zwei warme Gerichte zur Auswahl, vielleicht sogar ein wenig Livemusik. Benjamin Lassiwe

Am Donnerstag musste der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD), der sich in der Öffentlichkeit gern als Anwalt der kleinen Leute präsentiert, erst einmal umdisponieren. Denn durch Recherchen eines Kollegen der Deutschen Presseagentur (dpa) wurde die Feier einem größeren Kreis in Potsdam bekannt. Und damit auch der Verstoß gegen die Regeln des Landtags: Denn wie alle übrigen Fraktionen kann auch die AfD-Fraktion die Lobby vor dem Plenarsaal für Veranstaltungen mieten. Private Feiern von Abgeordneten allerdings sind dort nicht zulässig - schließlich kann ja auch der ganz normale Brandenburger nicht einfach so im Landtag feiern.

Zuletzt hatte das den Vize-Landtagspräsidenten Dieter Dombrowski getroffen: Der CDU-Politiker, der im Ehrenamt auch Vorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ist, hätte die Vertreter der UOKG gerne zu einer Tagung im Fraktionssaal der CDU begrüßt. Doch selbst das war nicht möglich.

Alexander Gauland ist übrigens jetzt an einen anderen Ort in Potsdam ausgewichen, den er so wie jeder normale Brandenburger gemietet hat. Denn nur weil gewählte Volksvertreter für das Volk im Landtag sitzen, gilt für sie in privaten Angelegenheiten noch lange nicht ein Sonderrecht.