ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:38 Uhr

Wenn der Parteitag Sitzfleisch braucht

Mit Parteitagen ist das in Brandenburg so eine Sache. Als kürzlich die CDU ihre Liste für den Brandenburger Landtag aufstellte, trafen sich die Christdemokraten in einem Potsdamer Hotel. iwe1

Am Freitagabend einer Woche, in der zuvor schon eine zweitägige Plenarsitzung stattfand. Ingo Senftleben, der Landesvorsitzende, hielt eine Rede, anschließend wurde der dreizehn Personen zählende Listenvorschlag des Landesvorstands eingebracht. Die Kandidaten stellten sich vor, es gab keine Gegenkandidaturen, es wurde gewählt - und nach vielleicht vier Stunden war der Parteitag auch schon wieder vorbei.

An diesem Wochenende nun stellt die "Alternative für Deutschland" (AfD) ihre Landesliste auf. Ähnlich wie bei der CDU gilt auch hier: Da Brandenburg nur über zehn Bundestagswahlkreise verfügt, ist es rechnerisch schwer möglich, mehr als sieben oder acht Mandate über die Landesliste zu erhalten. Mit zehn bis fünfzehn Kandidaten auf der Liste ist eine Partei deswegen selbst für den unwahrscheinlichen Fall gut aufgestellt, dass alle gewählten Bewerber im Laufe einer Legislaturperiode ihr Amt niederlegen oder gar versterben. Doch weil in neuen Parteien nicht immer alles rund läuft, und das eine oder andere Mitglied der AfD auf den letzten Parteitagen eindrücklich bewies, über gewisse querulatorische Veranlagungen zu verfügen, hat man vorsichtshalber gleich einmal zwei Wochenenden hintereinander für den Landesparteitag geblockt.

Ob es am heutigen Samstag, dem ersten Tag des Landesparteitags, noch zu Wahlen kommt, wusste man am Dienstag selbst in Parteikreisen noch nicht. Weswegen alle die, die auf der Liste der rechten Partei für den Bundestag kandidieren wollen, neben einer kräftigen Dosis Fremdenfeindlichkeit wohl vor allem eines mitbringen müssen: ein gutes Sitzfleisch. Denn so schnell wird der Parteitag wohl nicht zu Ende gehen.