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| 11:55 Uhr

Kriminalstatistik
Weniger Kriminalität, aber mehr Gewalttaten in Brandenburg

Die Zahl der Straftaten ist in Brandenburg im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Das ist die gute Nachricht, die Innenminister Karl-Heinz Schröter am Donnerstag in Potsdam verkünden konnte. Es gibt allerdings ein Problem: Die Zahl der Gewalttaten explodiert. Von Bodo Baumert

175 003 Straftaten sind im vergangenen Jahr in Brandenburg begangen worden. So wenige gab es in den vergangenen 20 Jahren noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es einen deutlichen Rückgang von 5,8 Prozent. Vor allem beim Diebstahl und bei Einbrüchen gibt es deutliche Rückgänge, gerade auch in der Grenzregion. Guben hat ein Minus von 25 Prozent bei den Straftaten, Forst beinahe 20 Prozent.

Der Bereich Gewaltkriminalität wird allerdings zunehmend zum Problem für die Polizei im Land. Hier hat es innerhalb von zwei Jahren einen Anstieg um 1000 Fälle auf 5100 im vergangenen Jahr gegeben. "Selbstverständlich sind das genau die Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen in ganz besonderer Weise beeinträchtigen", gibt Innenminister Schröter zu. Brandenburg stehe damit aber nicht alleine da. Der Trend sei bundesweit zu beobachten.

Nur zu einem gewissen Teil lässt sich der Anstieg durch Zuwanderer erklären. Ihr Anteil an Körperverletzungen lag 2017 beispielsweise bei elf Prozent. Das ist deutlich höher als ihr Anteil an allen Straftaten im Land (4,1 Prozent). Auch bei den Sexualdelikten sind Zuwanderer deutlicher häufiger als Täter identifiziert worden. 154 Fälle mit Zuwanderern als Tätern hat die Polizei ermittelt. Das sind exakt zehn Prozent der Fälle. Heißt im Umkehrschluss: In 9 von 10 Fällen sind Deutsche die Täter.

Erschreckend auch die Zahl der Drogentoten: Gab es hier bis vor drei Jahren immer nur eine Handvoll, sind es nun schon 30. Crystal Meth ist allerdings nicht unter den Ursachen. "Insgesamt ist Crystal aber weiter auf dem Vormarsch, nicht nur im Süden Brandenburgs", sagt Polizeipräsident Mörke.