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| 10:33 Uhr

Waldbrand bei Potsdam
Lausitzer Kameraden lösen Havelländer an der Spritze ab

In dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer entstand direkt an der Autobahn und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später standen 90 Hektar Wald in Flammen. Die Autobahn wird gesperrt.
In dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer entstand direkt an der Autobahn und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später standen 90 Hektar Wald in Flammen. Die Autobahn wird gesperrt. FOTO: dpa / Friedrich Bungert
Potsdam/Cottbus. Gegen die weiterhin lodernden Flammen im Wald bei Potsdam sind seit dem frühen Freitag vier Löschzüge aus dem Landkreis Dahme-Spree mit im Einsatz. Vom Brandenburger Innenministerium war eine Brandschutzeinheit angefordert worden. „Die Lausitzer lösen die Kameraden aus Havelland ab, die seit Donnerstag 20 Uhr im Einsatz waren“, sagt Ingo Decker vom Innenministerium. Von Hannelore Grogorick

Der Waldbrand bei Potsdam wütet weiter. In der Nacht zum Freitag hat es dann eine Anforderung aus dem Innenministerium gegeben. „Der Kreisbrandmeister von LDS hat uns gegen 4 Uhr informiert, dass er eine Brandschutzeinheit aus LDS zum Brand geschickt hat“, berichtet die Leitstelle Lausitz. Das betrifft vier Löschzüge mit je vier bis fünf Fahrzeuge. „Diese werde die Kameraden aus Havelland ablösen, die seit Donnerstag 20 Uhr im Einsatz waren“, sagt Ingo Decker.

Jetzt ist sogar Weltkriegsmunition gefunden worden, informiert Ingo Decker weiter. Zur Sicherheit wurde ein Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet. Das bedeutet Sperrungen von Autobahnabschnitten: Gesperrt ist zurzeit der Berliner Ring A 10 im westlichen Bereich ab Anschlussstelle Werden bis zum südlichen Bereich ab Michendorf. Die A9 ist dicht ab Beelitz bis zum Autobahnkreuz Potsdam.

In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam sind am Donnerstagnachmittag rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und bat Bewohner in der Ortslage Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark), sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Die konnte dann am Abend abgesagt werden. Fichtenwalde, ein Ortsteil der für ihre Spargel bekannten Stadt Beelitz, zählt rund 2800 Einwohner. Von einer Evakuierung wären laut Ortsvorsteher Tilo Köhn etwa 200 bis 300 Bewohner betroffen gewesen.

Das Innenministerium in Potsdam hatte einen Krisenstab eingerichtet, wie Sprecher Ingo Decker mitteilte. Die Federführung liege aber weiter beim Landkreis. Das Besondere an dem Feuer sei, dass eine Ortschaft und eine große Autobahn angrenzten. Es sei deshalb nicht mit Bränden in jüngster Zeit auf ehemaligen Truppenübungsplätzen vergleichbar, die meist abgelegen sind.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache an der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum rasend schnell ausgebreitet. Zunächst war von rund 90 Hektar betroffenem Wald die Rede.

Bereits seit Tagen herrscht in weiten Teilen Brandenburgs höchste Waldbrandgefahr. Auch am Freitag sei flächendeckend mit einer sehr hohen Gefahr zu rechnen, sagte Engel.

Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht: In Berlin und Brandenburg soll es auch am Freitag wieder hochsommerlich heiß werden. Die Temperaturen können in der Region auf bis zu 34 Grad klettern, wie der Deutsche Wetterdienst auf seiner Internetseite mitteilte.