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| 06:13 Uhr

Erfolg der Sonderkommission Geld der Polizei
Zielfahnder schnappen Geldautomaten-Sprenger

Das war das Ergebnis eines der letzten Aktionen von Geldautomaten-Sprengern in der Region. In Döbern traf es einen Automaten der Sparkasse.
Das war das Ergebnis eines der letzten Aktionen von Geldautomaten-Sprengern in der Region. In Döbern traf es einen Automaten der Sparkasse. FOTO: Angela Hanschke
Potsdam. Ein Pole ist in Wroclaw verhaftet worden. Der Mann soll zu einer Bande von Automaten-Sprengern gehören, die in der Lausitz zugeschlagen hat.

Zielfahnder aus Brandenburg und Polen haben in Wroclaw einen Mann (33) festgenommen, der als Mitglied einer Bande an acht Geldautomatensprengungen in Brandenburg beteiligt gewesen sein soll. Das bestätigt Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam. Gegen den polnischen Staatsbürger liege in seinem Heimatland auch ein Haftbefehl wegen Drogendelikten vor. Der Mann sei bereits zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Zwei weitere Mitglieder der Täterbande (35/41) waren bereits im  Februar von der grenzübergreifend gebildeten Ermittlergruppe gegen organisierte Kriminelle in Zielona Gora dingfest gemacht worden. „Nach den Verhaftungen gab es einen spürbaren Rückgang von Sprengungen in Brandenburg, die polnischen Tatverdächtigen zugerechnet werden“, sagt Heinemann.

 Die Bande steht im Verdacht, von August bis November 2016 gemeinsam mit weiteren Beschuldigten die Geldautomaten in Forst, Fürstenwalde, Guben, Spremberg, Eisenhüttenstadt, Lübben und ­Luckau gesprengt zu haben. Der verursachte Schaden wird mit insgesamt etwa 1,3 Millionen Euro angegeben. Zwei Sprengungen in Lübben und ­Luckau waren besonders verheerend. Durch die Detonation splitterte das Glas bis zu 30 Meter weit, sodass die Menschen im Umfeld nur durch Glück nicht zu Schaden gekommen seien.

Polizei-Vizepräsident Roger Höppner erklärt zufrieden über die aktuelle Festnahme: „Beharrlichkeit und die Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen zahlen sich aus. Der Fahndungserfolg zeigt, dass es mit der kontinuierlichen Aufrechterhaltung des Verfolgungsdrucks gelungen ist, einen weiteren Straftäter festzunehmen, der beiderseits der Oder Straftaten begangen hat.“

Im November vergangenen Jahres war die Sonderkommission „Geld“ erweitert worden, um  Sprengungen von Geldausgabeautomaten effektiver zu bekämpfen. Die 24 Ermittler des Landeskriminalamtes haben derzeit 62 Fälle auf dem Schirm, davon 59 in Brandenburg. Vorsorglich sind zudem mehr Bereitschafts- und zivile Polizisten vor Geldinstituten im Kontrolleinsatz.

(kw)