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Weiter Streit um mögliche Rutschungen durch neuen Tagebau

Hamburg/Cottbus. Eine neue Greenpeace-Studie facht den Streit um mögliche Rutschungen durch den geplanten Tagebau Welzow-Süd II erneut an. Während der Autor Ralf Krupp insbesondere Gefahren für das Dorf Lieske sieht, bleibt der Präsident des Brandenburger Landesbergamtes, Klaus Freytag, gelassen. ta/ald

"In der Lausitz würde nicht ein Gramm Kohle gefördert, wenn wir uns nicht sicher wären, dass das sicher ist", sagte Freytag der RUNDSCHAU.

Nach dem neuen Gutachten könnte ein Leck an der unterirdischen Dichtwand zwischen See und Tagebau Teile des Dorfs abrutschen lassen. Der Energie-Experte von Greenpeace, Gerald Neubauer, erklärt: "Der Sicherheitsabstand zwischen Tagebau und Sedlitzer See ist viel zu gering. Der neue Tagebau gefährdet Leib und Leben der Anwohner und Bergleute im Tagebau." Greenpeace fordert die Einstellung des Braunkohleplanverfahrens Welzow-Süd II.

Freytag wies darauf hin, dass man bereits nach einem ersten Greepeace-Gutachten Proben aus dem Erdreich der Dichtwand entnommen habe. Ein unabhängiges Labor habe die Standfestigkeit des Bodens bestätigt.

Der Energiekonzern Vattenfall möchte in Welzow Süd II von 2026 bis 2042 rund 200 Millionen Tonnen Braunkohle fördern. Gegenwärtig läuft die zweite Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf eines Braunkohleplans. Noch bis zum 17. September 2013 können Bürger Einwände gegen den Braunkohleplanentwurf einreichen.