| 01:08 Uhr

Weiter hohe Zahl von Wildunfällen

Potsdam.. Auf Brandenburgs Straßen erlangen Verkehrsunfälle mit Wild weiterhin ein konstant hohes Niveau.

Der von Landwirtschafts- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) vorgelegte Agrarbericht verweist darauf, dass im letzten Jagdjahr der Anteil der bei Zusammenstößen mit Fahrzeugen getöteten Tiere sieben Prozent des von den Jägern erlegten Schalenwildes ausgemacht. Immer wieder komme es durch Wildwechsel zu schweren Unfällen mit demolierten Autos und Personenschäden.

11 090 verunfallte Tiere
Der Analyse des Agrarministeriums lägen die statistischen Angaben der unteren Jagdbehörden seit 1997 zu Grunde. Danach seien im Zeitraum bis 2000 die jährlichen Unfallzahlen von 9793 auf den bisherigen Höchstwert von 12 591 angestiegen, teilte Birthler mit. Trotz eines leichten Rückgangs seien im vergangenen Jahr erneut 11 090 verunfallte Tiere registriert worden. Besonders Rehe, Wildschweine und auch Damwild kollidierten beim Überqueren der Straßen häufig mit Autofahrern. Seit Jahren kämen deutlich mehr Hasen bei Unfällen ums Leben als von den Waidmännern geschossen würden.
Um die Unfallzahlen zurückzudrängen seien auf zahlreichen Straßen Brandenburgs Reflektoren aufgestellt und Duftzäune errichtet worden, um damit das Wild vom Überqueren der Fahrbahn zu hindern.
Unterdessen machen Brandenburgs Jäger Druck und stellen dem Wild jetzt stärker nach. Mit deutlich über 66 000 erlegten Wildschweinen wurde das Vorjahresergebnis um 20 Prozent überboten. Laut Agrarbericht sind die Jäger damit der Rekordmarke des Jahres 1999/2000 nahe gekommen.
Im Hinblick auf die vielerorts überhöhten Schwarzwildbestände sei dieses Ergebnis "besonders positiv zu bewerten", hält der Bericht fest. Der Abschuss von Rotwild steigerte sich um 16 Prozent auf 8049, bei Damwild auf 12 703 (plus sechs Prozent) und bei Rehwild um drei Prozent auf 64 684 zur Strecke gebrachte Tiere.

Ansteigende Wilddichten
Dem Bericht zufolge zeuge das einerseits vom Engagement der Jäger zur konsequenten Reduzierung der Schalenwildbestände und lasse auf weiter ansteigende Wilddichten schließen.
Bei Gänsen wurden über 1000 mehr abgeschossen als 2001 (insgesamt 6695). Hinzu kommen über 40 000 geschossene Füchse sowie 4325 Marderhunde, was im Fall des letzteren einen Anstieg um 40 Prozent bedeutet. Diese Art, so der Bericht, sei landesweit dennoch auf dem Vormarsch. (Eig. Ber./mk/dpa)