ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:56 Uhr

Gegenwind
Weiter Ärger um Brandenburger Forstreform

Potsdam. Viel zu wenig: Waldbesitzer und Forstgewerkschaft sind empört über weitere geplante Personaleinsparungen beim Landesforst.

Es ist ein Dauerthema im Land Brandenburg: Die Forstreform. Denn auch nach dem Ende der Kreisgebietsreform will Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) daran festhalten, dass die Forstverwaltung aufgespaltet wird.

Die Forstbehörde, die die hoheitlichen Aufgaben der Forstverwaltung erledigt, soll dann endgültig vom Landesbetrieb Forst, der für die Bewirtschaftung des Landeswaldes zuständig ist, getrennt werden.

Doch genau so eisern, wie Vogelsänger an seinen Plänen festhält, bleibt auch die Kritik daran. „Die forstliche Verwaltung in Brandenburg muss bei allen originären Aufgaben leistungsfähiger Partner der Waldbesitzer bleiben“, sagte gestern etwa der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V., Thomas Weber.

Doch das Land plant künftig nur noch mit 1023 Beschäftigten im Landeswald. Bei den Waldarbeitern drohe Weber zufolge eine gefährliche Unterausstattung. Wenn kurzfristig reagiert werden muss, könne man nicht erst eine Ausschreibung starten, um eine Firma in den Wald zu holen.

„Auch die Waldpädagogik, einst ein Aushängeschild der Brandenburger Forstverwaltung, braucht mehr Personal, um zukünftigen Generationen Herz und Hand für Natur und Wald zu öffnen.“ Doch wie die Lausitzer Rundschau erst kürzlich berichtete, sind nach Informationen der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ nur noch vier Planstellen bei Waldpädagogen vorgesehen. Das Umweltministerium erklärte in der Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ der Abgeordneten Iris Schülzke (fraktionslos) indes, dass in der Landesregierung „noch Abstimmungsbedarf“ zur Zukunft der Waldpädagogik bestehe. Konkrete Zielzahlen wurden dabei nicht genannt.

Und auch die Gewerkschaft der Försterinnen und Förster, der Bund deutscher Forstleute (BDF), ist mit der rot-roten Forstpolitik weiter unzufrieden. Denn während Brandenburgs Landesregierung in der vergangenen Woche den Stopp  des Stellenabbaus in der Landesverwaltung feierte, beklagen die Förster, dass in der Landesforstverwaltung weiterhin Personal abgebaut wird.

Derzeit gibt es in Brandenburg noch 1574 Beschäftigte im Forstbereich, die höhere Verwaltungsebene eingeschlossen. Künftig dagegen sollen bei der Bewirtschaftung des Landeswaldes ausschließlich Fremdunternehmen eingesetzt und die Oberförstereien für den Bereich Waldarbeit nicht mehr mit Stellen ausgestattet werden.

„Wir bezweifeln, dass unter dieser Konstellation den Anforderungen und Zielen des Landeswaldgesetzes entsprochen werden kann und die im Landeswaldgesetz verankerte vorbildliche Bewirtschaftung des Landeswaldes durch qualifizierte Fachkräfte gesichert ist“, sagt Uwe Engelmann, Vorsitzender des BDF Brandenburg-Berlin. Zurzeit sei die vollumfängliche Kompensation der Waldarbeiterleistungen durch Unternehmen  jedenfalls noch nicht möglich.