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| 11:25 Uhr

Immer weniger wollen Heiligabend mit den Sack losziehen
Weihnachtsmann-Mangel in Brandenburg

Immer mehr Plätze bleiben bei der Weihnachtsmannschulung leer.
Immer mehr Plätze bleiben bei der Weihnachtsmannschulung leer. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Potsdam. Bart ankleben und Kinder beschenken? Als Weihnachtsmann durch Brandenburg zu ziehen, scheint immer weniger Menschen zu reizen. Auch in Cottbus fehlen Weihnachtsmänner. Und in Sachsen auch. Von Christian Bark

Ein Weihnachtsmann, der den Kindern die Geschenke bringt? Es gibt immer weniger, die diesen Job Heiligabend oder zum Fest übernehmen wollen, ergab eine Umfrage. „Die Brandenburger Arbeitsagenturen und Jobcenter nehmen keine eigenständige Vermittlung von Weihnachtsmann-Jobs mehr vor“, sagt Holger Wenk, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Den entsprechenden Bedarf deckten interessierte Kunden nun selbst – entweder über private Online-Angebote oder über kommerzielle Agenturen.

Doch auch diese sind immer seltener zu finden. So war bis vor einigen Jahren der Weihnachtsmann-Job ein lukrativer Nebenverdienst für Studenten. Doch die Zeiten scheinen vorbei, wie eine Sprecherin des Studentenwerks Potsdam bemerkt. „Wir haben 2014 die Vermittlung von Weihnachtsmännern eingestellt, da es zu wenige studentische Bewerber gab“, sagt sie. Eine Wiederbelebung der Vermittlung sei zunächst nicht angedacht.

Als im Sommer dieses Jahres auch das Berliner Studentenwerk seine Vermittlung von Nikolaus und Co. eingestellt hatte, wollte Petra Henkert etwas tun. Seit 18 Jahren betreibt sie ihr „Weihnachtsbüro“ in Zeuthen (Dahme-Spreewald). Außerdem gehört sie zu den Gründern des „Netzwerks Weihnachten“. Darin hatten sich vor zehn Jahren Weihnachtsmannagenturen wie ihre und die damalige Jobvermittlung des Berliner Studentenwerks „Heinzelmännchen“ zusammengeschlossen.

Zudem verpflichteten sie sich zur Einhaltung spezieller Qualitätsstandards. Damit sollten angetrunkene Weihnachtsmänner oder Nikoläuse in billigen Kostümen mit weißen Turnschuhen an den Füßen verhindert werden, betont Henkert. Jetzt, wo es in Sachen Weihnachtsmannvermittlung in Berlin und Brandenburg eng werde, lasse man das Netzwerk wieder aufleben. „Uns ist wichtig, erstmal auf uns aufmerksam zu machen“, erklärt Henkert. Vor allem bei Agenturen und privaten Vermittlern.

Wenn das Netzwerk genügend Unterstützer finde, könne über spezielle Workshops und Schulungen für Hobby-Weihnachtsmänner nachgedacht werden. „Viele Leute würden nämlich gerne, trauen sich aber nicht“, sagt sie. Auch Frauen seien interessiert, würden aber kaum gebucht. In der Datenbank ihres Weihnachtsbüros hat Henkert rund 200 Darsteller für Engel und Weihnachtsmänner. „Den Engel allein wollen die Familien nicht und eine Weihnachtsfrau oft auch nicht“, berichtet sie. Dabei ließen sich auch hier tolle Geschichten erfinden, um den Kindern diesen speziellen Besuch zu erklären.

Besonders für den Heiligen Abend werde es schwer Aufträge zu erledigen. „Ich nehme schon keine Bestellungen mehr an“, sagt sie. Wenn sich für den Abend bis zu 50 Männer finden würden, sei sie immer schon zufrieden.

Dringend Weihnachtsmänner sucht auch die Agentur „Weihnachtsmann Cottbus“, die seit 2013 Nikoläuse und Engel in der Region Cottbus vermittelt. „Die Nachfrage nach Weihnachtsmännern ist recht hoch und bereits in vollem Gange“, sagt Agenturchef Ronny Schröter. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage habe die Agentur den Grundpreis in diesem Jahr von 35 auf 40 Euro gesetzt. Rauschebärte könnten sich so ein gutes Weihnachtsgeld dazuverdienen, meint er.

Dringend Weihnachtsmänner sucht auch die Agentur „Weihnachtsmann Cottbus“, die seit 2013 Nikoläuse und Engel in der Region Cottbus vermittelt. „Die Nachfrage nach Weihnachtsmännern ist recht hoch und bereits in vollem Gange“, sagt Agenturchef Ronny Schröter. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage habe die Agentur den Grundpreis in diesem Jahr von 35 auf 40 Euro gesetzt. Rauschebärte könnten sich so ein gutes Weihnachtsgeld dazuverdienen, meint er.

Weihnachtsmänner für die Bescherung Heiligabend sind auch in Sachsen begehrt, schreiben die „Dresdner Neuesten Nachrichten“. In nicht jeder Familie wird aber der Mann im roten Mantel mit dem Geschenkesack erscheinen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. So sucht etwa die Weihnachtsmannvermittlung in Dresden händeringend Rauschebärte. „Seit einigen Jahren haben wir mehr Anfragen von Familien, als wir verkraften können“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Studentischen Arbeitsvermittlung, Carolin Kowalschek, die auch die Weihnachtsmänner managt.