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| 13:22 Uhr

Nachgefragt beim ADAC
Was tun gegen Reifenplatzer bei großer Hitze?

So eine Reifenpanne kann schnell passieren, wenn der Fahrer mit dem falschen Luftdruck auf Tour geht.
So eine Reifenpanne kann schnell passieren, wenn der Fahrer mit dem falschen Luftdruck auf Tour geht. FOTO: Andrea Sachs - stock.adobe.com / Andrea Sachs
Ortrand/Cottbus. Reifenplatzer haben gleich zweimal in den zurückliegenden Tagen für Unfälle auf den Autobahnen in der Lausitz gesorgt. Doch wie können sich Autofahrer gerade bei den gegenwärtigen Temperaturen dagegen schützen? Die RUNDSCHAU fragte beim ADAC nach. Von Frank Hilbert

Auf den Autobahnen in der Lausitz hat es in den zurückliegenden Tagen bereits zwei Unfälle gegeben, die einen Reifenplatzer als Ursache hatten. So ist am Freitagmorgen gegen 8.25 Uhr auf der A 13 zwischen Ortrand und Ruhland bei einem Pkw der Reifen geplatzt, sodass das Auto in der Leitplanke landete. Die beiden Insassen blieben glücklicherweise unverletzt. Die zur Absicherung der Unfallstelle erforderliche Sperrung sorgte bis in die Mittagsstunden für Verkehrsbehinderungen in Fahrtrichtung Berlin. Am Auto entstand ein Schaden von rund 7000 Euro.

Bereits am 23. Mai passierte das ebenfalls einem sich in Richtung Cottbus befindlichen Fahrer eines Transporters auf der A 15 zwischen Vetschau und der Anschlussstelle Cottbus-West. Das Auto überschlug sich und der Fahrer musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

„Wenn am Auto ein Reifen platzt, sollten der Fahrer auf keinen Fall mit einem abrupten Bremsmanöver reagieren. Auch heftige Lenkbewegungen sollten strikt vermieden werden“, sagt Sandra Hass vom ADAC. Der Fahrer sollte das Auto gerade halten und moderat bremsen beziehungsweise vorsichtig gegenlenken, wenn das Heck auszubrechen droht. Dann den Wagen mit eingeschaltetem Warnblinklicht ausrollen lassen.

„Ist der Seitenstreifen erreicht, raten wir, dass sämtliche Insassen das Fahrzeug verlassen und zum Aussteigen die Beifahrerseite wählen. Dann die Warnwesten überziehen und in ausreichendem Abstand ein Warndreieck aufstellen.“

Bei den gegenwärtigen Temperaturen um die 30 Grad könne der Asphalt bis zu 60 Grad heiß werden. Die harte Mischung der Sommerreifen sorge allerdings dafür, dass diese den Temperaturen Stand halten, nicht zu schnell abreiben und vor allem beim Bremsen griffig bleiben.

„Dennoch sollte man bei extremer Sommerhitze auch mit Sommerreifen den Reifendruck insbesondere vor längeren Fahrten oder solchen mit voller Beladung kontrollieren und anpassen. Der vom Fahrzeughersteller angegebene Mindestdruck findet sich in der Bedienungsanleitung, am Rahmen der Fahrertür oder im Tankdeckel. Grundsätzlich ist es nie verkehrt, den Reifen mit etwa 0,2 bar mehr zu befüllen“, rät Sandra Hass.

Je nach Beladung des Fahrzeugs kann der Reifendruck bis zu einem bar variieren. Bei besonders viel Gepäck muss der Druck entsprechend erhöht werden.

Allerdings sollte niemals nach längerer Fahrt der Luftdruck an warmen Reifen geprüft oder abgesenkt werden. Bei der Fahrt erwärmen sich die Reifen und der Reifenluftdruck steigt automatisch an. Bereits bei einer Unterschreitung des Soll-Luftdrucks um 0,3 bar könne bei höheren Geschwindigkeiten und/oder sommerlicher Hitze die Reifentemperatur auf 120 Grad Celsius ansteigen.

Infolgedessen können sich Teile der Lauffläche ablösen oder gar die gesamte Lauffläche abreißen. Der Reifen kann, gerade bei hohen Geschwindigkeiten, platzen. Veränderte Geräusche beim Fahren als auch ein ungewöhnliches Ziehen zur linken oder rechten Seite können ein Anzeichen für einen Druckverlust im Reifen sein.