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Warnstreik von Mitarbeitern der Berliner Charité

Berlin. Dutzende Schwestern und Pfleger der Berliner Charité sind für mehr Personal auf die Straße gegangen. Geplante Operationen sollten am Dienstag abgesagt und nur Notfälle versorgt werden. dpa/uf

Rund 70 Kollegen seien in den Warnstreik getreten, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Kalle Kunkel. Insgesamt hätten sich aber rund 200 Beschäftigte an den Aktionen an den Standorten in Mitte und Steglitz beteiligt, etwa in Pausen und am freien Tag. Niedrige Teilnehmerzahlen waren erwartet worden. Beide Seiten konnten sich vorher nicht über eine Notdienstvereinbarung einigen. Viele Demonstranten setzten sich rosa Brillen auf - eine Anspielung auf die laut Verdi verzerrte Sicht des Klinikvorstands auf die Situation an Europas größter Uniklinik. Während die Gewerkschaft anhaltende Unterbesetzung beklagt, sieht der Ärztliche Direktor Ulrich Frei dafür keinen Anlass: "Es gibt keinen Grund, jetzt zu streiken, da die Situation sich in den letzten zwei Jahren verbessert hat", sagte er im RBB-Inforadio.

Die Charité betont seit Monaten, bereits rund 250 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt zu haben, darüber hinaus aber wegen des Fachkräftemangels kaum noch fündig zu werden. Vor gut einem Jahr hatten Verdi und die Klinik einen Tarifvertrag abgeschlossen, der zu einem Personalzuwachs und mehr Entlastung im Arbeitsalltag der Pfleger führen sollte. Die Gewerkschaft sah den Vertrag jedoch unzureichend umgesetzt, ließ ihn auslaufen und will nun eine Weiterentwicklung erreichen. Die Verhandlungen sind ins Stocken geraten - der Warnstreik soll für Bewegung sorgen.