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| 18:18 Uhr

Kein Katstrophenfall ausgerufen
Cottbuser Feuerwehr zur Unterstützung nach Jüterbog

 Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt in Frankenförde Löschwasser auf.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt in Frankenförde Löschwasser auf. FOTO: dpa / Christoph Soeder
Jüterbog. Dutzende Feuerwehrleute versuchen seit Tagen den Brand bei Jüterbog einzudämmen. Für die Anwohner ist das Feuer laut Behörden derzeit nicht gefährlich, für die Feuerwehrleute dagegen um so mehr. Auf der brennenden Fläche lagert Munition.

Es ist der größte Waldbrand in der Mark seit Jahrzehnten: Seit Anfang der Woche brennt es auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming), südlich von Berlin. Mittlerweile hat sich das Feuer nach Angaben der Stadt auf einer Fläche von etwa 750 Hektar ausgebreitet. „Wir müssen sehr, sehr wachsam sein, der böige Wind erschwert zusätzlich die Brandbekämpfung“, sagte Kreisbrandmeister Tino Gausche. Am Mittwochabend hatte es noch auf einer Fläche von 600 Hektar gebrannt.

Orte um das Waldbrandgebiet sind nicht in Gefahr

Für Orte in der Nähe der Waldbrände im Landkreis Teltow-Fläming besteht nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit keine akute Gefahr. Das betreffe sowohl den Brand bei Jüterbog in der Nähe der Orte Frankenförde und Felgentreu als auch einen anderen Brand bei Altsorgefeld.

Die Kreisstraße K 7218 bleibt weiter gesperrt. Dort gibt es momentan eine größere Rauchentwicklung. Anwohner werden weiterhin gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten und den Aufenthalt im Freien möglichst einzuschränken.

Die Feuerwehrleute sind nach Angaben von Gausche rund um die Uhr im Einsatz, aktuell sind 150 Feuerwehrleute mit etwa 25 Fahrzeugen vor Ort. Unterstützt werden sie auch vom Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk. Im Laufe des Donnerstags soll Hilfe von anderen Landkreisen kommen, darunter aus der Prignitz, aus Oberhavel und Cottbus. Auch drei Löschhubschrauber sollen eingesetzt werden – zwei der Bundespolizei waren bereits in den vergangenen Tagen im Einsatz.

 Der Brand bei Jüterbog hat sich inzwischen auf etwa 750 Hektar ausgeweitet.
Der Brand bei Jüterbog hat sich inzwischen auf etwa 750 Hektar ausgeweitet. FOTO: dpa / Julian Stähle

Unterstützung von der Luftwaffe

Ein dritter Hubschrauber der Bundeswehr hat am Donnerstagmorgen seinen Einsatz begonnen, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen, wie die Luftwaffe mitteilte. Der CH53-Hubschrauber trage einen Löschbehälter „Smokey“, aus dem 5000 Liter Wasser abgelassen werden könnten. Die Luftwaffe war um Amtshilfe gebeten worden.

Gefährlich sei die Situation für die Einsatzkräfte vor Ort, sagte der Bürgermeister von Jüterbog, Arne Raue, am Donnerstag. Untersuchungen hätten ergeben, dass auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz verschiedene Munition erprobt worden sei, darunter U-Boot Munition und auch Torpedos. „Wir wissen, dass wir alle möglichen Chemikalien in der Erde haben, wir wissen aber nicht, wie sie miteinander reagieren.“ Raue forderte deshalb den Einsatz von Messtechnik, um die Sicherheit der Feuerwehrleute gewährleisten zu können.

Gefährliche Hinterlassenschaften

Der ehemalige Truppenübungsplatz von etwa 9000 Hektar wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt: Während der Kaiserzeit, im Ersten und Zweiten Weltkrieg, zu DDR-Zeiten bis zur Gegenwart wurde Munition aller Art abgefeuert. Blindgänger blieben einfach liegen, alte Kampfmittel bilden mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden, sagte Raue. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar. Ein Betreten des Geländes ist undenkbar und könnte tödlich enden. Die Einsatzkräfte können deshalb nur von speziell geschaffenen Wegen aus, die dauernd bewässert werden, den Brand löschen.

(dpa/fh)