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| 09:27 Uhr

Lieberoser Heide
Fünf Feuer und viele Spekulationen

Die Brandserie in der Lausitz lässt auch den Bundeswehrpiloten keine Ruhe. Geggen Mittag hob erneut eine Maschine der Lufttransportgruppe HSG 64 vom Fliegerhorst Holzdorf ab, um die Löscharbeiten zu unterstützen.
Die Brandserie in der Lausitz lässt auch den Bundeswehrpiloten keine Ruhe. Geggen Mittag hob erneut eine Maschine der Lufttransportgruppe HSG 64 vom Fliegerhorst Holzdorf ab, um die Löscharbeiten zu unterstützen. FOTO: Sven Gückel
Spreewaldheide. Die Dauertrockenheit fordert weiter ihren Tribut. Erneut brennt auch die Lieberoser Heide. Über die Ursachen lässt sich bisher nur spekulieren: Was wir wissen und was wir nicht wissen. Von Steven Wiesner, Ingvil Schirling und Verena Ufer

Es brennt und brennt und brennt. Der Sommer setzt dem Spreewald gehörig zu in diesem Jahr. Allein in den vergangenen 24 Stunden sind mehrere Brände in der Region ausgebrochen. Manche konnten schnell unter Kontrolle gebracht werden. Bei anderen gestalten sich die Löschversuche als etwas schwieriger. Auffällig: Vor allem die Brände in der Lieberoser Heide scheinen einem gewissen Muster zu folgen. Die RUNDSCHAU beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viele Brände gab es in den
vergangenen 24 Stunden?

Allein in den vergangenen 24 Stunden sind fünf Brände in der unmittelbaren Umgebung gemeldet worden. Den Anfang machte der Brand in der Zauer Heide am Schwielochsee, der am Montagvormittag gegen 11.30 Uhr ausgebrochen ist. Ein paar Stunden später ab circa 14 Uhr flammte dann ein Feuer am Butzener Bagen in der Spreewaldheide auf. Kaum war dieser unter Kontrolle, mussten die Einsatzkräfte weiterziehen Richtung Byhleguhre. Am späten Nachmittag begann es dann in der Lieberoser Heide nahe des Teerofensees zu lodern. Am Dienstag gesellten sich noch zwei weitere Brandherde dazu: Um 6 Uhr in der Früh erreichte die Leitstelle eine Alarmierung aus Baruth/Teupitz, wo es an der A13 qualmte. Und noch einmal brach Dienstagmittag ein kleines Feuer in Butzen aus.

Branderkennung zum Waldbrand Butzner Bagen
Branderkennung zum Waldbrand Butzner Bagen FOTO: Landesbetrieb Forst Brandenburg

Wo brennt es noch immer?

Vier der fünf Brände konnten relativ schnell unter Kontrolle gebracht und auch komplett abgelöscht werden. Einzig der Bodenbrand in der Lieberoser Heide bei Byhleguhre wird die Einsatzkräfte vermutlich über mehrere Tage beschäftigen. „Der Munitionsverdacht auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ist hier unser größtes Problem“, sagt Frank Schulz, der Amtsbrandmeister von Lieberose/Oberspreewald. „Wenn wir das Gebiet betreten könnten, wäre der Brand innerhalb kürzester Zeit unter Kontrolle.“ So aber mussten Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei als Unterstützung angefordert werden, um die Fläche, die sich zwischenzeitlich von 3 auf 7,5 Hektar ausgeweitet hatte, bearbeiten zu können. 24 Fahrzeuge und 80 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Spree-Neiße sind vor Ort.

Könnte auch Brandstiftung
dahinterstecken?

Es ist nicht der erste Brand in der Lieberoser Heide in diesem Jahr. Anfang Juli hatte es bereits zwei gegeben.

Schon im Juli, beim Großbrand in der Lieberoser Heide, war auffällig: Erst brannte es in der Nähe von Butzen, kurz darauf auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Ein ähnliches Muster scheint sich diesmal wieder zu ergeben: Nach dem gelöschten Brand bei Butzen am Montag gingen am Dienstag Flächen hinter Byhleguhre/Byhlen in Richtung des ehemaligen Militärgebiets in Flammen auf. Wer am Wald wohnt, dem kann da schon unbehaglich werden.

Einen Zusammenhang will die Polizei derzeit allerdings nicht bestätigen. Sprecherin Ines Filohn zufolge laufen allein schon aufgrund der großen Schäden intensive Ermittlungen auf Hochtouren, sind aber hochkomplex, eine Sysiphos-Arbeit und erfordern Geduld und Ausdauer. „Einen Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung, oder dass dort ein Zündler unterwegs sein soll, kann ich so nicht bestätigen“, sagte sie auf LR-Nachfrage. „Wir schließen das aber auch nicht aus.“ Dennoch müsse man mit solchen Vermutungen äußerst vorsichtig sein. „Die Ursachenermittlung ist sehr kompliziert. Es brennt auf großen Flächen, und wir können erst ermitteln, wenn das Feuer komplett abgelöscht ist. Dann ist aber auch alles niedergebrannt, und das erschwert es wiederum, Indizien zu finden.“ Aus ermittlungstaktischen Gründen  wolle sie nicht mehr sagen, nur so viel: „Mehrere Ausbruchsstellen können ein Indiz sein – müssen aber nicht.“