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| 16:50 Uhr

Brandenburg
Waldbrand bei Potsdam – Autobahn dicht – Evakuierung droht

Potsdam. Ein Waldbrand unmittelbar an der Autobahn bei Potsdam hat am Donnerstag für eine Vollsperrung gesorgt. 90 Hektar trockener Kiefernwald stehen in Flammen. Die Feuerwehr bittet Anwohner, sich auf eine Evakuierung vorbereiten.

In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam sind am Donnerstag rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und bat Bewohner in der Ortslage Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark), sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Die Polizei sperrte die Autobahn 9 von Berlin nach Leipzig. Autofahrer sollten die Region weiträumig umfahren, sagte ein Sprecher. Auch auf dem Berliner Ring und auf der A2 von Magdeburg nach Berlin könne es zu Behinderungen kommen.

„Legen Sie Kleidung und wichtige Dokumente/Medikamente bereit. Schalten Sie Rundfunk und Fernsehen ein“, hieß es in der Warnung der Regionalleitstelle Nordwest der Feuerwehr. Anwohner in unmittelbarer Nähe des Brandes sollten Fenster und Türen schließen. Die Polizei schickte einen Hubschrauber in die Luft, um den Rettungskräften einen Überblick zu verschaffen. Über der Autobahn war eine große Rauchsäule zu sehen, wie ein Polizeibild aus dem Hubschrauber zeigte.

Das Feuer entstand direkt an der Autobahn und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später standen 90 Hektar Wald in Flammen.
Das Feuer entstand direkt an der Autobahn und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später standen 90 Hektar Wald in Flammen. FOTO: dpa / Friedrich Bungert

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache seitlich der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum rasend schnell ausgebreitet, sagte er der dpa. Es sei mit 90 Hektar der bislang größte Brand in einem Kiefernwald in Brandenburg in diesem Jahr. Fichtenwalde ist ein Ortsteil von Beelitz und hat rund 2800 Einwohner.

Bereits seit Tagen herrscht in weiten Teilen Brandenburgs höchste Waldbrandgefahr. Auch an diesem Freitag sei flächendeckend mit einer sehr hohen Gefahr zu rechnen, sagte Engel.

Wegen der anhaltenden hochsommerlichen Hitze war es in Berlin und Brandenburg in jüngster Zeit immer wieder zu Wald- und Feldbränden gekommen. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) hatte sich am Donnerstag ein Brand auf 25 Hektar ausgebreitet, wie die Feuerwehrleitstelle mitteilte.

Da der ehemalige Übungsplatz mit Munitionsresten kontaminiert sei, könnten die Löschkräfte nicht auf das Gelände und den Brand löschen, erklärte eine Sprecherin der Feuerwehr. Feuerwehrmänner benetzten die umliegenden Wege, so dass die Flammen nicht übergreifen, hieß es weiter. Vor Ort stünden Container mit 15 000 Liter Wasser bereit. Anfang des Monats hatte bereits ein Großbrand in der Lieberoser Heide in Südbrandenburg für Aufsehen gesorgt.

Die Trockenheit macht auch den Bäumen in den Städten zu schaffen. Um die Pflanzen genügend zu bewässern, hat zum Beispiel die Stadt Potsdam Dienstleister beauftragt. Zusätzlich zum Grünflächenamt gießen diese täglich. „Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes arbeiten am Limit“, sagte Stadt-Sprecherin Christine Homann. Für die Bewässerung der Pflanzen setze die Stadt mobile Sprenger, Standrohre und Wasserwagen ein. Unter der anhaltenden Trockenheit litten besonders Jungbäume, sagte Homann. Ihre Wurzeln reichten noch nicht tief genug in die Erde. Wiederholt hatte die Stadt auch Bürger dazu aufgerufen, Bäume zu gießen.

Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht: In Berlin und Brandenburg soll es auch am Freitag wieder hochsommerlich heiß werden. Die Temperaturen können in der Region auf bis zu 34 Grad klettern, wie der Deutsche Wetterdienst auf seiner Internetseite mitteilte. Nach einem sonnigen Morgen sollen sich Quellwolken bilden. Nur in der Südosthälfte bestehe „sehr geringes Gewitterrisiko“, hieß es weiter.

(dpa/bob)