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| 20:16 Uhr

Seit Sonntagmorgen ein Dutzend Einsätze
Besonders Waldbrände sorgen für Daueralarm bei Lausitzer Feuerwehren

Am Montagmittag war ein Feuer bei Saxdorf ausgebrochen. Vier Hektar Wald und Feld brannten. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden.
Am Montagmittag war ein Feuer bei Saxdorf ausgebrochen. Vier Hektar Wald und Feld brannten. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden. FOTO: LR / Andreas Richter
Lausitz. Seit Sonntag geht bei der Leitstelle Lausitz ein Alarm nach dem anderen ein. Die Einsatzkräfte wurden zu 12 Brandeinsätzen gerufen, vor allem zu Wald- und Feldbränden. Und es gibt noch ein Problem: Die aktuelle Ernte auf Feldern sorgt für viele Fehlalarme.

Das Feuer, das in Saxdorf an der Ortsverbindung L661 zwischen Saxdorf und Lausitz (Elbe-Elster) am Montagmittag ausgebrochen ist, hat die Feuerwehr-Einsatzkräfte bis in die späten Abendstunden beschäftigt. Am Montagabend wurden die Flächen noch aus 25 Stahlrohren zur Restablöschung gewässert. Insgesamt waren bis zu 35 Einsatzfahrzeuge sind vor Ort, um zu verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Windböen haben die Arbeit der Löschmannschaften erheblich erschwert. Rund vier Hektar Wald und Getreidefeld waren vom Feuer betroffen.

19:40 Uhr schellte am Montagabend der Alarm, weil sich in einem Waldgebiet in Schönwald (Landkreis Dahme-Spreewald) zwischen der B115 und Waldow/Brand auf 1000 Quadratmetern Waldboden ein Feuer ausgebreitet hat. 15 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr rückten aus. Zudem mussten zwei Rettungswagen und ein Notarzt alarmiert werden, da sich zwei Feuerwehrleute beim Einsatz verletzt haben, wie die Leitstelle Lausitz informiert. Wie gravierend die Verletzungen sind stand noch nicht fest.

Den gesamten Sonntag und Montag galt es für die Feuerwehren ein Dutzend Einsätze abzuarbeiten. Immer wieder gerieten Wälder oder Felder in Brand.

In der Nacht zum Montag ging 00:15 Uhr ein Alarm bei der Feuerwehr ein, weil eine Gartenlaube in der Lübbenauer Dammstraße komplett in Flammen stand. Zudem trafen die Rettungskräfte vor Ort eine verwirrte Person an, wie die Leitstelle Lausitz informiert. Diese wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach Waltersdorf (Schönefeld, Landkreis Dahme-Spreewald) rückten fünf Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr 00:21 Uhr aus, um den Brand einer Straßenböschung zu löschen.

Wenig später wurden Feuerwehr und Polizei alarmiert, da kurz vor 01:30 Uhr ein Brand in Friedersdorf (Heidesee) ausgebrochen war. Auf einem Grundstück an der Lindenstraße standen die Terrasse, diverses Mobiliar und eine Hollywoodschaukel in Flammen. Das Feuer konnte aber nach wenigen Minuten gelöscht werden, bevor es auf ein Gebäude übergriff. Ein 33-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau wurden mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Der bislang absehbare Sachschaden wurde mit rund 5000 Euro angegeben. Nach ersten Ermittlungen war der fahrlässige Umgang mit einem nicht vollständig abgelöschten Grill als Brandursache wahrscheinlich. Zwei Stunden waren die Feuerwehren vor Ort.

An der Wernsdorfer Straße nahe dem Wederdamm in Niederlehme war am Montagmorgen ein Brand in einer Gartenlaube ausgebrochen. 3 Uhr wurde gemeldet, dass ein Schuppen und ein Bungalow in Flammen stehen. Erschwerend für die Feuerwehr war die Explosion zweier Propangasflaschen im Gebäudeinneren. Personen kamen offensichtlich nicht zu Schaden, eine Hecke des Nachbargrundstücks wurde durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Bislang liegen noch keine Informationen zur Höhe der Sachschäden vor. Da die Brandursache bislang völlig unbekannt ist, wurden Ermittlungen der Kriminalpolizei eingeleitet.

Ebenfalls am Montag, 15 Uhr, galt es für die Feuerwehr-Einsatzkräfte den Brand von rund 300 Quadratmetern Ödland in der Fichtestraße in Wildau zu löschen.Vier Löschfahrzeuge waren vor Ort, hatten den Brand bereits kurz vor 16 Uhr gelöscht.

Auf der A13 an der Anschlussstelle Groß Köris musste die Feuerwehr gegen 16 Uhr am Montag einen brennenden Pkw löschen. Wie die Leitstelle Lausitz informiert ist das Auto komplett ausgebrannt, verletzt wurde niemand. Die Ursache ist völlig unklar. Der abgebrannte Wagen wurde erst einmal auf eine nahegelegene Raststätte gebracht.

Kurz vor 18 Uhr haben sich Löschfahrzeuge am Montagabend auf den Weg nach Kolochau gemacht (Elbe-Elster). 100 Quadratmeter Wiese haben hier gebrannt. Ein Anwohner konnte das Feuer mit dem Feuerlöscher in Griff bekommen und die Feuerwehr übernahm die Restlöscharbeiten.

Gegen 9:45 Uhr am Sonntagvormittag wurde ein Feuer an der Kreisstraße 6215 zwischen Zinsdorf und Wahrenbrück gemeldet. Hier waren aus bisher unbekannter Ursache rund 2000 Quadratmeter eines 50 bis 60 Jahre alten Kieferbestandes in Brand geraten. Die Feuerwehr löschte den Brand noch in den Vormittagsstunden. Ob der Baumbestand beschädigt wurde, ist derzeitig nicht bekannt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Im Mittenwalder Ortsteil Motzen wurde am Sonntag gegen 13 Uhr zunächst ein Brand in der Bungalowsiedlung An den Pappeln gemeldet. Was als Bungalowbrand vermutet wurde, stellte sich als Waldbrand auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern heraus, wie die Polizei informiert. Vom Feuer waren dann bereits ein Bauwagen und ein Carport erfasst worden und es bestand die Gefahr, dass der Brand auf die Bungalowsiedlung übergreift.

Zwei Frauen im Alter von 37 und 43 Jahren wurden durch Rettungskräfte mit dem Verdacht der Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Um 15 Uhr konnte der Feuerwehreinsatz beendet werden, ohne dass es zu einer weiteren Ausbreitung des Feuers kam. Eine erste Schätzung der Sachschäden liegt bei etwa 10000 Euro. Da der Verdacht einer fahrlässigen Brandstiftung bislang nicht ausgeschlossen werden kann, hat die Kriminalpolizei weitere Ermittlungen übernommen.

Am Sonntag 14.30 Uhr wurde der Polizei ein Brandausbruch am Hammerschen Weg in Halbe (Landkreis Dahme-Spreewald) gemeldet. Hinter dem Grundstück der Kindertagesstätte standen etwa 200 Quadratmeter Waldboden in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand aber zügig löschen. Nach ersten Ermittlungen ist eine Selbstentzündung durch Weltkriegsmunition als Brandursache wahrscheinlich. Eine Gefährdung von Personen oder Gebäuden bestand dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht.

Am Sonntag kurz nach 17 Uhr mussten Feuerwehr und Polizei in die Schönewalder Straße in Ossak ausrücken. Ein frisch gemähtes Feld war auf einer Fläche von etwa vier Hektar in Brand geraten. Die Löscharbeiten dauerten bis nach 18 Uhr an. Eine Gefahr für die angrenzende Hundeschule bestand nicht. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Problem Fehlalarme

Neben den vielen tatsächlichen Bränden machen den Feuerwehren auch etliche Fehlalarme zu schaffen. So wurden Einsatzkräfte nach Kraupa, Dübrichen, Prießen (alles Elbe-Elster) und nach Neu Lübbenau gerufen, um schließlich wieder unverrichteter Dinge abzufahren. In allen vier Fällen hatten Beobachter aufstäubenden Staub durch Erntearbeiten auf Feldern, zusätzlich durch Windböen aufgewirbelt, für Rauchsäulen gehalten.

(lsc/red)