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| 18:29 Uhr

Überall Gefahrenstufe 5
Schon wieder mehrere große Waldbrände in Brandenburg

 Blick auf eine Rauchsäule des Waldbrandes auf rund 20 Hektar Fläche im brandenburgischen Hennickendorf.
Blick auf eine Rauchsäule des Waldbrandes auf rund 20 Hektar Fläche im brandenburgischen Hennickendorf. FOTO: dpa / Julian Stähle
Potsdam. In Brandenburg haben die Feuerwehren wieder mit mehreren Waldbränden zu kämpfen. Die A10 musste am westlichen Berliner Ring komplett gesperrt werden. Noch nicht alle Feuer sind unter Kontrolle.

Der größte Schaden ist am Montag in einem Wald bei Hennickendorf/Berkenbrück (Teltow-Fläming). Innerhalb weniger Stunden verdoppelte sich dort die Schadensfläche auf rund 50 bis 60 Hektar, wie Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter von Brandenburg, sagte.

Feuerwehrleute seien vor Ort, erklärte ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg. Bekämpft werde das Feuer mit Löschfahrzeugen. Nach Angaben des Landesbetriebes Forst war es in einem Kiefernjungbestand ausgebrochen.

Brand in Jüterbog noch nicht unter Kontrolle

Das Feuer und ein Brand in der Nähe des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog seien noch nicht unter Kontrolle, teilte der Landkreis Teltow-Fläming am Abend mit. Ein dritter Brand in der Nähe von Baruth/Mark konnte im Laufe des Tages gelöscht werden.

Alle verfügbaren Feuerwehren seien alarmiert worden, hieß es. Die Einsatzleitung liege derzeit bei den Feuerwehren der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und der Stadt Jüterbog. Hilfe komme außerdem aus dem Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark. Anwohner anliegender Ortschaften wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Am Nachmittag musste auf der A10 auf dem westlichen Berliner Ring in beide Richtungen der Abschnitt zwischen den Raststätten Falkensee und Havelland gesperrt werden. Laut Berliner Verkehrsinformationsdienst herrschten dort durch einen anderen Waldbrand zeitweise Sichtbehinderungen. In Höhe der Raststätte Wolfslake war ein Feld in Brand geraten.

 Brandenburg, Anschlussstelle Wolfslake: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Waldbrand an der Autobahn 10 (A 10) in der Nähe der Anschlussstelle Wolfslake.
Brandenburg, Anschlussstelle Wolfslake: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Waldbrand an der Autobahn 10 (A 10) in der Nähe der Anschlussstelle Wolfslake. FOTO: dpa / Christian Pörschmann

Um die Mittagszeit war außerdem ein Feuer in einem Waldstück bei Limsdorf bei Storkow ausgebrochen. Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragen waren hier etwa zwei bis drei Hektar Wald betroffen.

Auch am Samstag gab es mehrere Brände. In Massow (Kreis Dahme-Spreewald) brannten an der Autobahn 13 ´rund 1000 Quadratmeter Fläche. In Elbe-Elster hat der Funkenflug eines Güterzugs die Böschung entlang der Zugstrecke Falkenberg-Annaburg in Brand geraten lassen. Auch in Halbe und Märkisch Buchholz brannte es im Wald.

Am Montagabend galt für alle Brandenburger Landkreise und Städte die Waldbrandwarnstufe 5. Das bedeutet, es besteht eine sehr hohe Gefahr für Waldbrände. In Sachsen herrscht momentan nur im Landkreis Nordsachsen die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Im Landkreis Bautzen gilt Stufe 4 (hohe Gefahr), im Landkreis Görlitz Stufe 3 (mittlere Gefahr).

Havelchaussee im Berliner Grunewald wegen Brand gesperrt

An der Havelchaussee im Berliner Grunewald brannten etwa 40 000 Quadratmeter Waldboden und Unterholz. Die Feuerwehr rückte mit 50 Einsatzkräften an, wie ein Sprecher sagte. Wenig später sei der Brand eingedämmt worden. Wegen des Brandes war die Havelchaussee zunächst gesperrt. Die Buslinie 218 wurde umgeleitet. Die Brandursache war zunächst nicht bekannt.

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hat angesichts der hohen Waldbrandgefahr auf das geltende Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe hingewiesen. Ausgetrocknete Waldböden mit Laub und Reisig würden leicht Feuer fangen, hieß es. Wer im Wald rauche, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen.

In Brandenburg ist es – unabhängig von der Waldbrandgefahr - das ganze Jahr über verboten, im Wald und in einem Abstand von weniger als 50 Meter vom Waldrand ein Feuer anzuzünden oder zu rauchen.

Brandenburg am stärksten durch Waldbrände gefährdet

Das vergangene Jahr war nach Angaben des Brandenburger Agrarministeriums mit 512 Waldbränden auf 1674 Hektar außergewöhnlich. Besonders verheerend waren tagelange Brände in der Lieberoser Heide und einem Waldgebiet bei Treuenbrietzen, wo auch Wohnhäuser teilweise von dem feuer bedroht waren. Brandenburg gilt als das am stärksten durch Brände gefährdete Bundesland in Deutschland. Auf 1,1 Millionen Hektar stehen zu 71 Prozent Kiefern. Die Bäume boten im Vorjahr durch lange Trockenheit kaum Widerstand gegen Schädlinge und brannten sehr schnell. Seit Jahresanfang gab es bereits 125 Brände in märkischen Wäldern.

Das Land will sich auf die Situation künftig besser einstellen. Derzeit werden unter anderem technische Lösungen gesucht, um die Löschwasserversorgung auch über weite Strecken in den Wäldern zu sichern. Für die Brandbekämpfung aus der Luft werden Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei genutzt.

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 Brandenburg, Limsdorf/Storkow: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am Montag einen Brand im Wald bei Limsdorf, einem Ortsteil von Storkow.
Brandenburg, Limsdorf/Storkow: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am Montag einen Brand im Wald bei Limsdorf, einem Ortsteil von Storkow. FOTO: dpa / Julian Stähle
(dpa/lsc)