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| 17:26 Uhr

Potsdam
Wähler-Umfrage: Brandenburger CDU bricht ein

Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben. Eine aktuelle Umfrage verzeichnet einen Einbruch bei der Zustimmung für die Partei in Brandenburg.
Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben. Eine aktuelle Umfrage verzeichnet einen Einbruch bei der Zustimmung für die Partei in Brandenburg. FOTO: J“rg Carstensen
Potsdam. Wäre nächsten Sonntag Wahl des Potsdamer Landtags, wäre Brandenburgs SPD mit 23 Prozent der Wählerstimmen weiter stärkste Kraft. Oppositionsführer Ingo Senftleben und seine CDU würden dagegen nur noch auf 18 Prozent kommen. Von Benjamin Lassiwe

Damit lägen die Christdemokraten gleichauf mit der Linkspartei und deutlich hinter der AfD zurück, die 21 Prozent der Stimmen erhalten würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut INSA im Auftrag der Bild-Zeitung durchführte und die am Freitag abend veröffentlicht wurde.

Damit hätte sich das Kräfteverhältnis der großen Parteien im Land seit der letzten, im April vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap veröffentlichten Befragung entscheidend verändert: Während die SPD konstant bliebe und die Linken trotz des Skandals um ihre Gesundheitsministerin Diana Golze ein Prozent hinzugewonnen hätten, hätte die Alternative für Deutschland ein und die CDU gar fünf Prozent der Stimmen verloren.

Die Grünen verbesserten sich in der Umfrage ebenfalls um ein Prozent, und wären dann mit acht Prozent sicher im Landtag vertreten. Die FDP käme auf genau fünf Prozent, BVB/Freie Wähler würden vier Prozent der Stimmen erhalten.

Bemerkenswert ist bei dieser Umfrage vor allem der Einbruch der CDU. Eine Ursache könnte die von Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben angestoßene Debatte über mögliche Zusammenarbeit mit den Linken sein. Allerdings hatte sich der Brandenburger CDU-Chef zu diesem Thema auch schon vor der Umfrage im April geäußert, ohne dass damals es zu Verlusten gekommen wäre. Eine Erklärung für die Einbrüche der CDU könnte sich auch in der Bundespolitik finden: Als im April die letzte Infratest-Umfrage für Brandenburg veröffentlicht wurde, lagen CDU und CSU bundesweit noch bei 33 bis 34 Prozent. Heute sind es nur noch 29 bis 30 Prozent der Stimmen.

Erstmals sind in der Umfrage von Insa zudem „BVB/Freie Wähler“ in der Nähe der Fünf-Prozent-Hürde gemessen worden – und das schon vor den Kommunalwahlen 2019, bei denen zahlreiche lokale Wählergruppen unter der Dachmarke „BVB/Freie Wähler“ antreten wollen. „Das ist der beste jemals gemessene Wert“, sagte Landesvorsitzender Peter Vida. „Das zeigt, dass BVB/Freie Wähler den Wiedereinzug in den Landtag sogar in Fraktionsstärke schaffen kann.“