Mit familienfreundlichen Angeboten, speziellen Radtouren und einer Schlössernacht wollen die Tourismusverbände in Südbrandenburg in diesem Jahr wieder tausende Gäste locken. Die noch junge Urlaubsregion des Lausitzer Seenlandes etwa setzt auf ihre Bergbauseen und spezielle Radtouren, wie der gleichnamige Tourismusverband mitteilte. Die Seerundwege seien miteinander vernetzt. „Wir vermarkten den Landschaftswandel – die Veränderung der Region vom Bergmann zum Seemann“, sagt Geschäftsführerin Kathrin Winkler. Die Seenland-Route zum Beispiel verlaufe vom Großräschener See im Norden bis zum Bärwalder See im Süden an insgesamt 16 Seen vorbei.

Seenland wirbt mit Barbarakanal

Neu sei laut Winkler der in Betrieb genommene Barbarakanal, der drei Seen miteinander verbinde und künftig schiffbar sei. Am Bärwalder See in der sächsischen Lausitz entsteht zudem eine Anlage von 25 Hausbooten und schwimmenden Häusern. Diese sollen künftig als Ferienhäuser vermietet werden. Für alle Touren stehen insgesamt 30 Gästeführer bereit, 18 von ihnen wurden für diese Saison neu ausgebildet. Über die Angebote werden Gäste in diesem Jahr auch digital informiert, sagte Winkler. Empfehlungen und Buchungen könnten Touristen beispielsweise direkt über das Smartphone oder Tablet bekommen.

Elbe-Elster setzt auf Schlössernacht

Ein Highlight des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land ist in diesem Jahr die Schlössernacht am 5. September, verriet Bettina Oecknigk. Beteiligt sind sieben Schlösser im Landkreis, darunter in Martinskirchen, Finsterwalde, Stechau und Doberlug. Mit Bustouren können Gäste zu einer Art „Schloss-Hopping“ aufbrechen. Jedes Schloss habe individuell Programme geplant, sagte Oecknigk.

Mit Angeboten bereits am Nachmittag wollen die Veranstalter verstärkt Familien ansprechen. Die Fahrradsaison wird am 9. Mai mit einer geführten Tour zu verschiedenen Kulturpunkten der Region eröffnet. Für mehr Radtourangebote sei das Verleihnetz für E-Bikes vergrößert worden.

Spreewald lockt auch im Winter

Der Tourismusverband Spreewald setzt vor allem auf Nachhaltigkeit und ganzjährige Angebote für Gäste – auch im Winter. Angesichts der steigenden Tourismuszahlen im Spreewald seien Qualitätssicherung und ein nachhaltiger Umgang mit den sozialen, ökonomischen sowie ökologischen Ressourcen notwendig, erklärte Pressesprecherin Sprecherin Jenny. Derzeit werde zur Orientierung für beteiligte Unternehmen ein Maßnahmenkatalog erarbeitet.

Zudem gebe es spezielle Winterangebote, wie etwa Kaminkahnfahrten, Winterpaddeln und Wellnessangebote. Durch steigende Besucherzahlen und eine ganzjährige Auslastung sei es immer öfter möglich, Fachkräfte nicht nur saisonal sondern das ganze Jahr zu beschäftigen, sagte Ruben.

Touristische Projekte helfen auch Anwohnern

Der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) sieht den Tourismus als einen erheblichen Beitrag zur regionalen Beschäftigung, zum Erhalt und Ausbau öffentlicher Infrastruktur und zur Schaffung von Lebensqualität, vor allem im ländlichen Raum. Viele touristische Vorzeigeprojekte setzten erfolgreich Impulse für eine ganze Region, erklärte Geschäftsführerin Sandra Voigt.

Der Verband erwarte für dieses Jahr keine wesentlichen Veränderungen bei der touristischen Infrastruktur und der Bettenzahl. Ziel sei es, die vorhandenen Kapazitäten zu pflegen und die Auslastung weiter zu optimieren.