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| 19:02 Uhr

Post aus Potsdam
Von Wetten und Vorhersagen

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Es ist ein altes Phänomen: Je näher die Landtagswahlen in Brandenburg rücken, desto mehr Wetten werden in der Landeshauptstadt abgeschlossen. Schafft es die SPD über 24 Prozent der Stimmen? Werden die Grünen einen Potsdamer Wahlkreis direkt holen?

Auf all das lässt sich trefflich wetten, denn wie die Wahlen in der Mark am Ende ausgehen, ist derzeit bekanntlich völlig offen. Klare Favoriten gibt es nicht.

Nur manchen Zeitgenossen ist es klar. „Der Tag, an dem es auch in Brandenburg Rot-Rot-Grün geben wird, rückt mit großen Schritten immer näher.“ Doch wer nun meint, diese Aussage stamme von Dietmar Woidke (SPD), Axel Vogel (Grüne) oder Kathrin Dannenberg (Linke) – der liegt so richtig doll daneben. Sie stammt aus dem Newsletter von Saskia Ludwig, der Vorzeige-Konservativen der Brandenburger CDU: Im Fettdruck und im Indikativ wurde dieses Zitat am letzten Sonntag so verschickt. Kein Konjunktiv, kein „geben könnte“, nicht einmal ein „möglicherweise“ taucht in diesem elektronischen Neuheitsbrief auf. So sicher scheint sich die Politikerin zu sein, dass ihre Partei die Wahl verliert. 

Was aber zu der Sache mit dem Zettel passt: Schließlich sprach Ludwigs Newsletter eine Woche vorher auch vom Fehlen eines Drehbuchs und von Spontaneität, als die Potsdamer Abgeordnete Frank Bommert (CDU) zu seinem denkwürdigen Vormarsch auf der Landesliste gratulierte. Und in der Tat, für einen unwissenden Beobachter mag das so gewesen sein. Doch da war ja noch jener kleine weiße Zettel, den die Potsdamer Neuesten Nachrichten kurze Zeit später veröffentlichten: Er enthielt die am Ende gewählte Landesliste, inklusive des von Saskia Ludwig auf Platz 19 selber vorgeschlagenen Franz Herbert Schäfer... Am Ende lohnt es sich da wohl wirklich nicht, mit Saskia Ludwig auf einen Sieg der CDU zu wetten.