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| 02:40 Uhr

Von Farben und Betten

Es ist der andere Teil des politischen Potsdams: Weit entfernt von Landtag, Staatskanzlei und Ministerien gibt es zwei Straßenzüge mit alten Villen. Dort finden sich die Landeszentralen fast aller aktiven Parteien – das "Regine-Hildebrandt-Haus" der SPD, das "Lothar-Bisky-Haus" der Linken und die Landesgeschäftsstelle der CDU. iwe1

Letztere übrigens ist bislang noch namenlos. Was der CDU im Unterschied zu den beiden anderen Parteien die Möglichkeit bietet, auch in den nächsten Jahren noch politische Talente hervorzubringen, die eines Tages für den Namen der Landeszentrale Pate stehen können. SPD und Linke haben sich da schon festgelegt: Größer als die verstorbenen Namenspatrone Regine Hildebrandt und Lothar Bisky kann in ihren Landesverbänden schlicht niemand mehr werden. Modernisieren allerdings kann man die Häuser dann doch schon hin und wieder. Bei den Linken, deren Parteifarbe bekanntlich noch dunkelroter ist als jene der SPD, ging das in den letzten Wochen mit einer gewissen Auffrischung einher. Gelb-blaue Wände finden sich jetzt im Lothar-Bisky-Haus.

Dort allerdings zieht nicht die Brandenburger FDP als Untermieterin ein, die Zimmer sind für die Kinderbetreuung bei Sitzungen gedacht. Und ein Zimmer steht sogar als Schlafzimmer für Referenten zur Verfügung - wer nicht mehr nach Hause kommt, falls es mal wieder länger geht, kann dann in der Parteizentrale übernachten. Und die Parteikasse werde dadurch deutlich entlastet, weil keine Hotelrechnungen anfallen. Was die Linken im Übrigen auch einmal ihren Ministern für die nächste Brüsselreise empfehlen könnten: Denn das Ministerbüro in der dortigen Landesvertretung hat zwar schon seit vielen Jahren Schlafsofa und Dusche - doch als diese Zeitung im vorigen Herbst zuletzt zu Gast im Hause war, hatte dort noch immer niemand übernachtet.