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| 18:36 Uhr

Kulturensemble
Vom elitären Schlosshotel in Storkow zum Kulturpark für alle

11.10.2018, Brandenburg, Storkow: Das Schloss Hubertushöhe vom Unternehmer und Künstler Rainer Opolka von der Firma Zweibrüder Kunst- und Kultur GmbH. Rainer Opolka will das Gelände um das Schloss Hubertushöhe zu einem Kunst- und Literaturpark entwickeln. (zu dpa-KORR "Vom elitären Schlosshotel zum Kunst- und Literaturpark für alle" vom 21.10.2018) Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
11.10.2018, Brandenburg, Storkow: Das Schloss Hubertushöhe vom Unternehmer und Künstler Rainer Opolka von der Firma Zweibrüder Kunst- und Kultur GmbH. Rainer Opolka will das Gelände um das Schloss Hubertushöhe zu einem Kunst- und Literaturpark entwickeln. (zu dpa-KORR "Vom elitären Schlosshotel zum Kunst- und Literaturpark für alle" vom 21.10.2018) Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Patrick Pleul
Storkow. Fast hätte er in der Auseinandersetzung mit den Behörden das Handtuch geworfen. Doch mit Unterstützung der Stadt Storkow kämpft Investor Rainer Opolka weiter um die Zukunft des einstigen Jagdschlosses Hubertushöhe als Park für Kunst und Literatur. Von Jeanette Bederke

Das markante Stahlgerüst ist in sich gedreht. Im Inneren führt eine Wendeltreppe nach oben. Auf dem Papier gibt es ihn schon, den 38 Meter hohen Aussichtsturm, der im Kunst- und Literaturpark Storkow (Oder-Spree) rund um das einstige Jagdschloss Hubertushöhe stehen soll. Und auch die schwebende Plattform über dem Storkower See, die von einer zwanzig Meter hohen Skulptur getragen wird und „Angel of Brandenburg“ heißen soll, hat Rainer Opolka gedanklich schon fertig.

Doch noch immer ist alles blanke Theorie. Seit Jahren kämpft der 63-Jährige für die Umsetzung seines Traums, für den er zwölf bis 15 Millionen Euro investieren möchte. Der Kampf mit den Behörden auf Kreis- und Landesebene erwies sich als lang und Kräfte zehrend, so dass Opolka im vergangenen Frühjahr kurz die Nerven verlor, wie er sagt. Er werde das um 1900 erbaute Schloss und den dazugehörigen 150 000 Hektar großen Park wieder verkaufen, habe dafür schon Interessenten, ließ der gebürtige Bottroper (Nordrhein-Westfalen) verlauten.

Eine Ankündigung, die die Stadt Storkow schockierte, wie Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD) bestätigt. „Für uns ist das Projekt sehr wichtig. Der geplante öffentliche Kunst- und Literaturpark würde die Stadt überregional bekannt machen und Touristen anziehen, und deswegen gibt es von uns jede mögliche Unterstützung“, sagt sie.

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Harald hatte Rainer Opolka das jahrelang als Luxushotel betriebene Anwesen vor sechs Jahren erworben. Die Self-Made-Millionäre aus dem Ruhrgebiet waren mit LED-Taschenlampen reich geworden. Unter dem Motto „Kultur ist für alle da“ planen sie auf dem Schlossgelände einen Kunst- und Literaturpark für die Allgemeinheit – bei kostenlosem Eintritt. „Wir sind durch die Gesellschaft zu Reichtum gelangt und wollen ihr etwas zurückgeben“, sagt der Investor. Dafür gründeten beide die Zweibrüder-GmbH, die ab dem Jahreswechsel allerdings von Rainer Opolka allein geführt wird. Harald Opolka will Brandenburg wieder verlassen.

Sein Bruder ist inzwischen wieder „guter Dinge“, wie er versichert. „Wir werden die Schwierigkeiten lösen. Spätestens Ende nächsten Jahres können die Bagger anrollen.“

Opolkas Drohung, das ganze Projekt hinzuwerfen und das Anwesen wieder zu verkaufen, habe Bewegung in die Verhandlungen gebracht, ist Hentschel sich mit der Bürgermeisterin einig. „Wir ziehen mit Land und Kreis jetzt an einem Strang“, meint Schulze-Ludwig. Das sieht auch Investor Opolka so.