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| 19:31 Uhr

Luftverkehr
Vom BER keine neuen Hiobsbotschaften

Potsdam/Rathenow. Noch ist der BER nicht vollendet – doch es soll bereits eine Erweiterung angegangen werden. Abgeordnete des Landtags haben sich über den aktuellen Stand am BER informieren lassen. Von Benjamin Lassiwe

Es waren gute Nachrichten, die am vergangenen Freitag aus dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft nach außen drangen: Eine ganzen Reihe von Firmen, etwa Bosch und Siemens, gaben feste Terminzusagen für die Fertigstellung des BER. Doch als Brandenburgs Flughafenstaatssekretär Rainer Bretschneider (SPD) am Montag im Sonderausschuss BER des Potsdamer Landtags über die jüngste Sitzung des Aufsichtsrates Bericht erstattet, klang manches schon wieder deutlich bescheidener.

„Es gibt immer noch Fehler und es gibt immer noch Schwierigkeiten“, sagte Bretschneider. „Es hat keine neuen Hiobsbotschaften gegeben, das ist für den BER eine sehr wichtige Sache.“ Es gebe noch viel Arbeit für die FBB, „aber ich bleibe dabei, dass man schon davon ausgehen kann, dass wir Grund in den Dingen haben.“

Das Hauptgebäude des Terminals werde im Oktober 2020 in Betrieb gehen, wie man es schon mehrfach im Ausschuss gesagt habe. „Und das wird auch klappen.“ Die Baubeauftragte von Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup, Urte Verlohren, sagte, die abschließende Prüfung der Brandschutzanlage werde bis Februar 2019 stattfinden. Im März 2019 könnten dann „Interaktionstests“ und „Wirkungsprinzip-Prüfungen“ beginnen, danach könnte bei der unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises ein Antrag auf Freigabe des Gebäudes gestellt werden.

Diskutiert wurde in der Sitzung des Landtagsgremiums auch über die Erweiterungsbauten des Flughafens – das Terminal T2 für Low-Cost-Airlines und das Pier 3a, das vorübergehend als Provisorium errichtet werden soll, um das derzeit in Betrieb befindliche Easyjet-Terminal zu ersetzen. So fragte der CDU-Abgeordnete Dirk Homeyer, wieso man für das T2 eine ästhetisch und architektonisch wenig anspruchsvolle Bauform gewählt habe.

„Das Terminal T2 wird seit mehreren Jahren öffentlich diskutiert“, antwortete Bretschneider. „Es ist mehrfach in seiner Optik hier im Sonderausschuss vorgestellt worden.“ Im Übrigen habe auch der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft den Schwerpunkt auf Schnelligkeit, Funktionalität und Inbetriebnahme gelegt. „Ich verhehle nicht, dass gerade die Ästhetik am Hauptgebäude dafür ausschlaggebend gewesen ist, dass wir diese technischen Probleme haben.“

Ähnlich entwickelte sich die Debatte im Ausschuss, als es um das für die Dauer einer Renovierung des Easyjet-Piers geplante temporäre Terminal 3a ging. Dabei handelt es sich um einen 40 mal 50 Meter großen Leichtbau, der etwa ein Jahr lang an der Position 57 auf dem Vorfeld des Flughafens stehen soll. Dort habe ein holländischer Bauunternehmer die bauordnungsrechtliche Situation im Blick auf den Brandschutz falsch eingeschätzt, sagte Bretschneider. „Die Differenzen sind aber mittlerweile geklärt – oder sie befinden sich im Status der Klärung.“

Das Problem dieses Leichtbaus: Direkt daneben sollen Flugzeuge parken, deswegen ist der Brandschutz dort von besonderer Bedeutung. Der Arbeitsdirektor der Flughafengesellschaft, Manfred Bobke-von Camen ergänzte, dass man in dem temporären Terminal Brandwachen installieren wolle. „Wenn es brennt, kann diese Person dann den Feuerlöscher betätigen und eine Brandmeldung machen.“ Und auch Bretschneider machte noch einmal klar, dass man nicht „ohne intensive Prüfung und Genehmigung durch das Bauordnungsamt irgendetwas auf die Anlage stellen“ werde. Derzeit laufe aber noch das Baugenehmigungsverfahren für das temporäre Bauwerk, das eigentlich im August in Betrieb gehen sollte.

Das Hauptgebäude des BER-Terminals soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Das versichererten die Verantwortlichen demPotsdamer Flughafenausschuss.
Das Hauptgebäude des BER-Terminals soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Das versichererten die Verantwortlichen demPotsdamer Flughafenausschuss. FOTO: dpa / Christophe Gateau
07.05.2018, Brandenburg, Potsdam: Rainer Bretschneider, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, und Manfred Bobke-von Camen (l), Geschäftsführer Personal der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), bei der Sitzung des BER-Sonderausschusses. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
07.05.2018, Brandenburg, Potsdam: Rainer Bretschneider, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, und Manfred Bobke-von Camen (l), Geschäftsführer Personal der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), bei der Sitzung des BER-Sonderausschusses. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Bernd Settnik