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| 18:33 Uhr

Volksbegehren gegen Massentierhaltung erfolgreich

Johannes Schilka kämpft für den Ökolandbau in der Region.
Johannes Schilka kämpft für den Ökolandbau in der Region. FOTO: privat
Update | Brandenburg. Das Volksbegehren gegen Massentierhaltung hat die nötige Stimmenzahl erreicht. 103 891 Brandenburger gaben in den vergangenen sechs Monaten ihre Stimme ab, teilte Landeswahlleiter Bruno Küpper am Donnerstagabend in Potsdam mit.

Auf der Wahlparty der Organisatoren im Potsdamer Haus der Natur brach nach der Bekanntgabe des Ergebnisses Riesen-Jubel los. "Wir sind als Graswurzelbewegung losgegangen, ohne viel Geld", sagte Martin Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. "Wir haben darauf gesetzt, dass wir die Brandenburger hinter die Kampagne kriegen."

"Ich bin überwältigt und begeistert", sagte auch der Spreewälder Landtagsabgeordnete der Grünen, Benjamin Raschke. Er hatte noch bis 15 Uhr vor dem Rathaus von Schulzendorf bei Eichwalde Passanten angesprochen und um ihre Stimme für das Volksbegehren gebeten. "Da waren erstaunlich viele Bürger dabei, die extra noch mal los sind, um zu unterschreiben", sagte Raschke der RUNDSCHAU.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Anke Schwarzenberg erklärte, seit dem Start des Volksbegehrens habe sich schon viel getan. "Brandenburg fördert Tierställe nur bei besonders hohen Tierschutzstandards und nur, wenn mit der Tierhaltung auch landwirtschaftliche Produktionsfläche verbunden ist", sagte sie. Zudem wolle man einen Tierschutzbeauftragten beim Verbraucherschutzministerium einrichten. Sie kündigte an, sich im Land auch für die bisher mit der SPD nicht machbare Schaffung eines Verbandsklagerechts für Tierschutzverbände einsetzen zu wollen.

Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke) erklärte am Abend, er sehe sich bestätigt, sich für direkte Demokratie eingesetzt zu haben. Er hatte als einziger Minister das Begehren unterzeichnet. Verbraucher müssten aber auch bereit sein, im Laden mehr Geld fürs Tierwohl zu bezahlen, mahnte Markov.