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| 14:34 Uhr

Vogelsänger: Land will sich für Milchbauern einsetzen

Viele Kühe, viel Verlust – die Kosten der Milchproduktion werden nicht annähernd durch die erzielten Preise gedeckt, kritisieren viele Bauern.
Viele Kühe, viel Verlust – die Kosten der Milchproduktion werden nicht annähernd durch die erzielten Preise gedeckt, kritisieren viele Bauern. FOTO: dpa
Groß Kreutz. Mit Milch verdienen Landwirte nicht mehr so viel. Ursachen dafür gibt es viele - das Ende der Milchquote, russische Einfuhrverbote oder auch eine schwache Nachfrage aus China spielen eine Rolle. dpa

Der enorme Preisverfall bei Milch erschüttert nach Ansicht von Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Branche. „Milch ist derzeit zu billig. Aber die Milchquote ist Vergangenheit“, sagte der Minister am Dienstag in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark). Seit Auslaufen der Milchquote am 1. April 2015 können Bauern soviel Milch produzieren, wie sie wollen.

Bauern hatten Handelsketten vorgeworfen, Preise wegen eines Überangebotes zu drücken. Zudem brachen den Milcherzeugern internationale Märkte weg. In der Folge erlösten deutsche Landwirte nach Angaben des Bauernverbandes im vergangenen September etwa 23 Prozent pro Kilogramm Milch weniger als noch vor Jahresfrist.

Die regionale Vermarktung heimischer Milch und Milchprodukte müsse besonders unterstützt werden, sagte Vogelsänger. Anlass seiner Rede war eine Veranstaltung des Unternehmens Rinderproduktion Berlin-Brandenburg (RBB).

Die Fraktionen von SPD und Linkspartei wollen im Landtag einen Antrag einbringen, damit sich die Landesregierung im Bundesrat und bei der Agrarministerkonferenz für die Belange der Milchbauern einsetzt. Es sei zudem wichtig, dass sich Märkte mit zahlungskräftigen Kunden erschließen, betonte Vogelsänger. 2017 wolle das Land auch wieder Maßnahmen zur Förderung der Marktstruktur anbieten.

Der Rinderproduktionsbetrieb RBB wies Kritik an hochgezüchteten Milchkühen zurück. Eine Leistungssteigerung, die auf nachhaltigen Grundsätzen und der Gesundheit der Tiere beruhe, sei unverzichtbar, wird in einer Erklärung betont. Größere Betriebe könnten mit einem guten Herdenmanagement überdurchschnittliche Leistungen erzielen.

In Brandenburg stehen nach Angaben des Agrarministeriums landesweit rund 164 000 Milchkühe in 517 Betrieben. Die durchschnittliche Jahresleistung liegt bei 9277 Kilogramm Milch pro Tier. Bundesweit gibt es etwa 80 000 Milchbauern.