Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in mehreren Geflügelbetrieben hat Brandenburg die Schutzvorkehrungen verschärft. In Risikogebieten, die 15 Prozent der Landesfläche ausmachten, gelte eine Stallpflicht für Hausgeflügel, teilte das Verbraucherschutzministerium am Freitag in Potsdam mit. Die Stallpflicht trete ab Samstag (8. Januar) in Randstreifen von mindestens einem Kilometer um bestimmte Feuchtgebiete sowie in Gebieten mit vielen Wildvögeln und mit viel Nutzgeflügel in Kraft.
Die Halter sollten den Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden und Hygienevorgaben umsetzen. Außerdem würden Wildvögel verstärkt beobachtet. Zoos und Tierparks sollten Geflügel und Vögel im Stall halten. Zuletzt war die Vogelgrippe in zwei Putenmastbetrieben in Gorgast nahe der polnischen Grenze aufgetreten.

Ursula Nonnemacher zeigt sich wegen Vogelgrippe besorgt

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) zeigte sich besorgt. „Eine weitere Übertragung auf Hausgeflügel gilt es unter allen Umständen zu verhindern, der Kontakt zu Wildvögeln muss unterbunden werden“, teilte sie mit. „Die Stallpflicht ist allerdings kein Allheilmittel, darum bitte ich Tierhalterinnen und Tierhalter zusätzlich um verstärkte Vorsicht und Aufmerksamkeit.“
Erst Anfang November 2021 wurde in Burg (Spree-Neiße) im Nutzgeflügelbestand zweier Halter das Virus nachgewiesen und eine wochenlange Stallpflicht angeordnet.

Friedrich-Loeffler-Institut beobachtet bisher stärkste Geflügelpestepidemie in Europa

In Brandenburg wurden in diesem Herbst und Winter dem Ministerium zufolge bisher vier Fälle von Geflügelpest bei Nutzgeflügel festgestellt, rund 36.000 Tiere mussten deshalb getötet werden. Bei Wildvögeln wurde die Geflügelpest in sechs Fällen nachgewiesen. In der vergangenen Saison waren 159.000 Tiere getötet worden. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts läuft derzeit in Europa die bisher stärkste Geflügelpestepidemie ab. Die Seuche, - umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt - ist für Hausgeflügel hochansteckend. Ein Erkrankungsfall beim Menschen ist in Deutschland laut Ministerium bisher nicht aufgetreten.