| 10:05 Uhr

Villa Wolf in Guben
Streit um Aufbau von Mies van der Rohes Erstlingswerk

Die Villa Wolf, hier eine Aufnahme aus den 30er-Jahren, könnte nach aktuellen Plänen in Gubin wieder aufgebaut werden. Foto: privat
Die Villa Wolf, hier eine Aufnahme aus den 30er-Jahren, könnte nach aktuellen Plänen in Gubin wieder aufgebaut werden. Foto: privat FOTO: privat
Cottbus. Der Streit um ein verschollenes Juwel der Architekturgeschichte geht weiter: Ein Berliner will in in Gubin das Erstlingswerk des Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe wiederaufbauen lassen. Doch Gegenstimmen bleiben: Der Cottbuser BTU-Professor Leo Schmidt bevorzugt eine andere Lösung. Von Christian Taubert

Der Streit um ein Juwel der Architektur-Geschichte in der Region - vom Moderne-Mitbegründer Mies van der  Rohe errichtet - geht weiter. Der vehemente Befürworter eines Wiederaufbaus der Villa Wolf an den Gubiner Neiße-Hängen, der Berliner Architektur-Liebhaber Florian Mausbauch, wehrt jede Diskussion mit Gegnern einer kompletten Rekonstruktion ab. Zwischen ihm und dem Cottbuser BTU-Professor und Kulturerbe-Experten Leo Schmidt herrscht Sprachlosigkeit. „Herr Mausbach erweckt den Eindruck, dass alle hinter ihm stehen, außer der BTU-Professor nicht“, lehnt Schmidt diesen Umgang miteinander ab.

Nach Angaben von Mausbach gibt es dies- und jenseits der Neiße viele Unterstützer für sein Projekt. Auch dafür, dass dieses Juwel der Architekturgeschichte gehoben und für den deutsch-polnischen Tourismus erlebbar gemacht werden muss. Doch Mausbach, der einstige Präsident des Bundesbauamts, kennt nur eine Option: den Wiederaufbau der Villa Wolf. Wer dagegen ist, mit dem will Mausbach nichts zu tun haben. Der Berliner Architektur-Kenner und -Liebhaber will über ein Netzwerk drei Millionen in eine Stiftung fließen lassen.

In Professor Leo Schmidt sieht er offenbar einen „Störenfried“, der den Wiederaufbau der neuen Villa Wolf verhindern will. Erst verweigerte Mausbach im Jahre 2015,  die Begutachtung von zwölf Entwürfe von BTU-Studenten für ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum und ein Mies van der Rohe-Museum in Gubin. Und jetzt wollte er mit Schmidt nicht öffentlich über das Vorhaben debattieren.