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Viele Gefangene können kein Deutsch

Berlin. In den Berliner Gefängnissen sitzen immer mehr Ausländer und Einwanderer, was vielfältige Probleme verursacht. So sprechen viele Gefangene kein Deutsch, es fehlt an Respekt gegenüber dem Wachpersonal. Andreas Rabenstein

Besonders die Frauen, die im Gefängnis arbeiten, werden von vielen muslimischen Gefangenen schlecht behandelt. "Ich will das nicht kleinreden. Das ist völlig inakzeptabel", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) der "Berliner Morgenpost". Eine Lösung kündigte er nicht an, sondern betonte nur: "Wir werden jedenfalls nicht anfangen, nur noch Männer einzusetzen." Gegen die fehlenden Deutschkenntnisse will Behrendt konkreter vorgehen. "Wenn man den Gefangenen nicht mal den Tagesablauf erklären kann, macht das den Haftalltag kompliziert", sagte er. Im Gefängnis Heidering südlich von Berlin soll daher im Herbst ein Versuch beginnen, bei dem Häftlinge an Computern Deutsch lernen. Für die Sprachlernprogramme sollen die Computer Zugriff auf bestimmte, vom Gefängnis freigeschaltete Internetseiten bekommen. Das Berliner Pilotprojekt "Resozialisierung durch Digitalisierung" ist schon länger in der Planung. Eigentlich ist der Internetzugang für Gefängnisinsassen nicht erlaubt.

Sorgen bereitet der Justiz auch, dass bewaffnete Menschen zu Prozessen erscheinen. "Wir haben generell eine hohe Anzahl von Menschen, die mit Waffen in die Gerichte kommen. Vor allem mit Messern. Bei den Einlasskontrollen kann man feststellen, wie viele Berliner mit einem Messer bewaffnet durch die Stadt laufen", stellte Behrendt fest. Das Gefängnispersonal soll daher künftig Schutzwesten erhalten. Für Prozesse gegen Islamisten sollen ab Herbst im großen Berliner Strafgericht in Moabit zwei Sicherheitssäle gebaut werden.