ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:48 Uhr

Viehdiebe schlagen wieder in Brandenburg zu

Kuh Symbolbild
Kuh Symbolbild FOTO: Andrea Izzotti (132330663) | fotolia
Frankfurt (Oder). Wieder haben Unbekannte Rinder von Brandenburger Weiden gestohlen. Einen Bullen und eine Kuh hätten die Diebe von einer Weide in Potzlow (Uckermark) gestohlen, teilte die Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder) am Freitag mit. Es war bereits der vierte Fall von Viehdiebstahl im laufenden Jahr in Brandenburg und der zweite im Einsatzgebiet der Polizeidirektion Ost. dpa

Ende Januar hatten Diebe bereits vier Zuchtbullen aus einer Agrargenossenschaft in Neißemünde (Oder-Spree) gestohlen. Ein Sprecher der Polizeidirektion sprach von einer neuen Qualität des Viehdiebstahls, derartige Fälle habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Im Bereich der Polizeidirektion Süd verschwanden zuletzt noch deutlich mehr Tiere. Anfang des Jahres entführten Diebe mindestens 37 Tiere aus einem Rinderstall in Lieskau (Elbe-Elster). Gut zwei Wochen später verschwanden 32 Rinder von einer Koppel in Luckau (Dahme-Spreewald). Die Polizeidirektion Süd habe schon in den vergangenen Jahren öfters mit Viehdiebstahl im großen Stil zu tun gehabt, sagte eine Sprecherin.

Die Beute sei teilweise sogar geeignet, ganze Zuchtbetriebe aufzubauen - die gestohlenen Tiere seien meistens genau ausgesucht. So konzentrierten sich die Diebe meistens entweder auf Zuchtbullen, Kälber oder Muttertiere, da dann gezielt aus der Herde geholt würden. Im vergangenen Oktober hätten Diebe neben Kälbern auch gleich die Fütterungsmaschinen und Milchpulver mitgenommen, sagte die Sprecherin.

„Als normaler Bürger gehe ich nicht auf eine Weide mit mehr als 60 Tieren, suche dann die Mutterkühe aus und treibe sie in einen Wagen“, sagte die Sprecherin. Dafür seien Fachkenntnisse nötig. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass gut organisierte Banden die Tiere gezielt ausgesucht und nach Osteuropa gebracht haben. Dafür spreche auch die gute Anbindung der Tatorte an die Autobahn. In Deutschland könne man mit Vieh in dem Umfang kaum etwas anfangen, da die Tiere von der Geburt bis zur Schlachtung genauestens nachverfolgt werden.

Die polnische Polizei habe in Stettin gerade eine Bande von Viehdieben ausgehoben, denen mehr als vierzig Diebstähle hätten nachgewiesen werden können. Eine Verbindung zu den Fällen in Brandenburg gab es jedoch nicht.