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Brandenburger Landesnahverkehrsplan
Verkehrsministerin verspricht mehr Züge nach Berlin

Zwischen Cottbus und Lübbenau sollen künftig mehr Züge fahren.
Zwischen Cottbus und Lübbenau sollen künftig mehr Züge fahren. FOTO: Frank Hilbert
Potsdam/Cottbus. Der neue Landesnahverkehrsplan für Brandenburg liegt vor. Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) hat ihn am Montag in Potsdam vorgestellt. Für die Lausitz soll es bessere Verbindung nach Berlin und Polen geben. Von Bodo Baumert

„Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur“ – mit diesen vollmundigen Worten hat die Ministerin den Landesnahverkehrsplan am Morgen vorgestellt. Die Bestellleistung im Regionalverkehr soll sich um acht Prozent erhöhen und steigt den Angaben zufolge von 31,5 Millionen Zugkilometern im Jahr 2016 auf etwa 34 Millionen Zugkilometer ab Dezember 2022.

Für die Lausitz bedeutet das konkret:

1. Auf der Strecke Lübbenau - Berlin sollen künftig drei Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit fahren.

2. Es wird eine Direktverbindung Finsterwalde - Berlin eingerichtet.

3. Der IC Dresden-Rostock hält künftig auch in Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain, am Flughafen BER und in Berlin.

Zudem soll zwischen Berlin, Cottbus und Breslau eine tägliche Verbindung eingerichtet werden, die bisher als Kulturzug verkehrt.

Das Angebot in den Zügen soll ebenfalls verbessert werden. So soll mehr Platz für Rollstühle, Fahrräder, Kinderwagen und sperriges Gepäck geschaffen werden. „Geplant ist auch der Einsatz von Fahrgastinformations- und Kommunikationsanlagen mit Echtzeitdaten auf Displays sowie Notrufeinrichtungen. Dabei sollen den Fahrgästen auch Echtzeitdaten zur Platzbelegung in den Waggons durch Personen und Fahrräder zukünftig am Bahnsteig und in den Onlinemedien zur Verfügung gestellt werden“, teilt das Verkehrsministerium mit.

Um die Verkehrsangebote langfristig zu verbessern, sind im Plan zudem Investitionen vorgesehen. „Dazu haben die Länder Brandenburg und Berlin sowie die Deutsche Bahn AG eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um den Ausbau der Infrastruktur in acht Korridoren voran zu bringen“, so das Ministerium. Aus Lausitzer Sicht interessant ist die Ankündigung des Ausbaus der Strecke Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen.

Als Strecken mit weiterem Investitionsbedarf werden die Elektrifizierung von Cottbus nach Görlitz und von Cottbus nach Forst genannt.

Zugleich kündigte die Ministerin die Pläne zur Anbindung des BER an das Schienennetz an. Dazu sind zwei Ausbaustufen geplant, nach Inbetriebnahme des BER und ab Dezember 2022. Aus Lausitzer Sicht spannend: „Dieses Angebot wird nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn, voraussichtlich 2025, noch einmal verändert: Der FEX wird dann von Berlin Hauptbahnhof über Südkreuz zum BER alle 15 Minuten verkehren und nur noch 20 Minuten Fahrzeit benötigen. Neben den Verbindungen aus Potsdam, Eberswalde, Ludwigsfelde, Oranienburg und Königs Wusterhausen ist dann auch ein Regionalexpress von Cottbus über den BER nach Berlin geplant.“

Der Landesnahverkehrsplan bestimmt die Entwicklung des Öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs für die kommenden Jahre. Ab heute beginnt das Beteiligungsverfahren. In den kommenden sechs Wochen können die Träger öffentlicher Belange, die Kommunen, die Verkehrsunternehmen und Verbände sowie Bürger zum Entwurf des neuen Landesnahverkehrsplans Stellung nehmen.