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| 01:24 Uhr

Verbände begrüßen Tempolimits

Potsdam.. Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) will auf weiteren Autobahnabschnitten die Geschwindigkeit begrenzen.

Eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, ein Tempolimit auf Autobahnen sei volkswirtschaftlich sinnvoll, sagte Dellmann in Potsdam (die RUNDSCHAU berichtete). Es könnten Unfallkosten in Millionenhöhe gespart, Menschenleben gerettet und der Verkehrsfluss erhöht werden. Der Gewinn durch mehr Verkehrssicherheit sei deutlich größer als die Kosten für längere Fahrzeiten.
Verbände sehen sich durch die von Verkehrsminister Reinhold Dellmann vorgestellte Studie zu den positiven Auswirkungen eines Tempolimits in ihrer Haltung bestärkt. Die Landesverkehrswacht unterstütze alle Bemühungen zur Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 Stundenkilometer, hieß es gestern in Potsdam. Seit Jahren gebe es gute Erfahrungen auf der A 24 zwischen dem Dreieck Havelland und Wittstock mit einem Tempolimit. Auch der Verkehrsclub Deutschland VCD begrüßte die Entwicklung in Brandenburg.
Die Unfallkosten könnten laut der Studie auf den Abschnitten ohne Tempolimit von heute 45 Millionen Euro auf 33 Millionen Euro gesenkt werden. Wo im Land Tempobeschränkungen eingeführt wurden, ist laut Ministerium die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten um 20 bis 50 Prozent zurückgegangen. Laut Dellmann kann auf 453 der 790 Kilometer Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gefahren werden.
Auf 47 Prozent gebe es bereits ein Tempolimit. Die Benennung der Abschnitte mit Geschwindigkeitsbegrenzung soll im Dezember bekanntgegeben werden. Laut Dellmann wird es aufgrund bundesrechtlicher Vorschriften aber kein allgemeines Tempolimit geben. Begrenzungen seien für stark befahrene Abschnitte geplant.
Die Unfälle auf märkischen Autobahnen sind laut der Studie meist schwerer als im übrigen Bundesgebiet. Dies deute auf hohe Geschwindigkeitsspitzen hin. Mit Tempo 130 könnte es pro Jahr zehn Verkehrstote weniger geben, was einem Rückgang von 19 Prozent entspreche. Die Zahl der Schwerverletzten würde um 84 sinken (20 Prozent) und die Zahl der Leichtverletzten um 29 (vier Prozent). Zudem könnte es 186 Unfälle weniger geben, was einem Rückgang von 17 Prozent entspreche.
Eine Messung auf der Autobahn 9 (Berlin-Leipzig) habe gezeigt, dass 15 Prozent der Fahrer auf der linken Fahrspur schneller als 227 Stundenkilometer, auf der mittleren Spur schneller als Tempo 180 und auf der rechten Fahrspur schneller als Tempo 43 gefahren seien. Unter Berücksichtigung der langsam fahrenden Lastwagen, die 15 bis 20 Prozent des Verkehrsaufkommen ausmachten, sei auf der Autobahn eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 164 Stundenkilometern gefahren worden. (dpa/mb)