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| 07:07 Uhr

Nato-Übung
US-Truppen durchqueren die Mark

US-Militärfahrzeuge werden im Juni wieder auf Brandenburger Straßen unterwegs sein.
US-Militärfahrzeuge werden im Juni wieder auf Brandenburger Straßen unterwegs sein. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Geltow. In den kommenden Wochen sind erneut Tausende Soldaten und Fahrzeuge zu Übungen in Osteuropa unterwegs. Von Mathias Hausding

Bis Mitte Juni werden in Brandenburg verstärkt US-Truppen mit ihren Fahrzeugen zu sehen sein. Sie sind wie schon in den vergangenen Jahren auf dem Weg zu Nato-Übungen in Osteuropa.

Bundeswehr und US-Army informierten am Dienstag ausführlich, worum es geht und worauf sich die Bürger in Brandenburg einstellen müssen. „Unser Ziel ist absolute Transparenz. Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Colonel William S. Galbraith. Er gehört einer Einheit an, die den Namen „21st Theater Sustainment Command“ trägt, was so viel heißt wie Logistik-Kommando für den Übungsraum Europa. „Wir üben, wie zum Beispiel Truppenverlegungen im Ernstfall funktionieren könnten“, erklärte Galbraith.

Die jetzt einmal mehr anstehenden Tests seien noch in der Regierungszeit Barack Obamas 2014 auf einem Nato-Gipfel angestoßen worden. Das Bündnis reagierte damit auf zunehmende Sorgen in Osteuropa vor einer russischen Aggression.

Konkret sieht es laut Colonel Galbraith nun so aus, dass am 20.♦Mai drei US-Schiffe mit insgesamt 3500♦Soldaten sowie 1400 Fahrzeugen an Bord im belgischen Antwerpen eintreffen. Von dort nehmen 85♦Prozent der Güter den Schienenweg, der Rest wird auch über Brandenburger Autobahnen Richtung Polen transportiert. Betroffen sind laut US-Army die Autobahnen 9 bis 12. „Das sind Konvois von 15 bis 20♦Fahrzeugen. Es wird keine Straßensperrungen geben“, versprach Galbraith. An welchem Tag und zu welcher Stunde die Truppen Brandenburg passieren, stehe aus logistischen Gründen noch nicht fest. Man stimme die genauen Daten mit der Polizei und anderen Behörden ab, versicherte der Colonel. Am Standort Lehnin seien Übernachtungen von US-Soldaten geplant.

Etwa zeitgleich mit diesem Truppenaustausch im Rahmen des Projekts „Atlantic Resolve“ wird eine Neuauflage des US-geführten Nato-Manövers „Saber Strike“ (Säbelschlag) in Polen und dem Baltikum vorbereitet. Schauplatz wird unter anderem die Region zwischen Wroclaw und Zielona Gora in Westpolen sein. Mit an Bord sind hier insgesamt 20 000 Soldaten aus 19♦Ländern, von denen rund 5000♦Brandenburg durchqueren werden. Hinzu kommen 2000 Fahrzeuge. Schweres Gerät wie etwa Panzer werden auf der Schiene transportiert, etwa über den Grenzübergang Guben. Auch für diese Transporte versprach Galbraith den Brandenburger Bürgern: „Wir wollen Ihren Alltag nicht stören.“

Angesprochen darauf, dass US-Truppen in Polen stets freudig begrüßt werden, während ihnen in Ostdeutschland oft Desinteresse oder gar Abneigung entgegenschlagen, sagte William Galbraith, dass er sich über Einladungen zu Zusammenkünften in Brandenburg freuen würde. Bislang seien ihm aber keine Schritte in diese Richtung etwa von hiesigen Politikern bekannt. Galbraith unterstrich noch einmal das Ziel der Mission in Europa: „Wir verteidigen die Freiheitsrechte gegen die Tyrannei der Dunkelheit.“