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| 14:07 Uhr

Saber Strike 18
US-Truppen auf der Durchreise – jetzt beginnt das Manöver

US-Truppen an der tschechischen Grenze.
US-Truppen an der tschechischen Grenze. FOTO: dpa / Miroslav Chaloupka
Weißkeißel/Zagan. US-Truppen-Transporte sind durch die Lausitz auf dem Weg nach Polen. Der Aufmarsch ist nun weitgehend abgeschlossen. Von Bodo Baumert

18 000 Teilnehmer aus 19 Nato-Staaten werden in den kommenden zwei Wochen in Polen und den baltischen Staaten ihre militärische Zusammenarbeit trainieren. Saber Strike 18 heißt das Groß-Manöver. Es ist das achte solche Szenario in Folge, dass die Nato-Partner in Osteuropa aufziehen.

Aus den USA nimmt unter anderem die Ironhorse-Brigade teil, eine Panzerbrigade mit 3000 Soldaten und 45 M1-Panzern, die in den vergangenen Tagen in Europa eingetroffen ist. Sie ist die Ablösung für die Dagger-Brigade, die in den vergangenen neun Monaten in Polen und anderen osteuropäischen Staaten Manöver durchgeführt hat. „Atlantic Resolve“ heißt die Operation der US-Armee. Auf Wunsch der osteuropäischen Nato-Partner zeigen die USA dauerhaft Präsenz in der Region – auch als Abschreckung gegen Russland.

Alle neun Monate werden die beteiligten US-Truppen ausgetauscht. Dabei trainiert die US-Armee zugleich ihre Aufmarsch-Fähigkeiten in Europa. Abwechselnd werden unterschiedliche Häfen ausgewählt, an denen die eingeschifften US-Truppen mit ihrer schweren Technik ausgeladen und dann auf Bahn und Schiene verlegt werden.

In diesem Jahr war unter anderem Antwerpen ein solcher Umschlaghafen. Von dort führten die Militär-Konvois in den vergangenen Tagen auch durch Brandenburg und Sachsen. Immer wieder wurden die Transporte auch in der Lausitz gesichtet. In Forst und an der A13 gab es kleinere Unfälle. Ansonsten verlief die Truppenverlegung planmäßig.

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz war eine Drehscheibe für die Operation. Rund 600 US-Fahrzeuge waren in mehreren Konvois unterwegs, übernachteten auf dem Truppenübungsplatz und wurden dort aufgetankt und technisch geprüft. „Die Nutzung des Truppenübungsplatzes als Tank- und Rastort ist eine große Herausforderung, da wir gleichzeitig den Übungsbetrieb mit hoher Auslastung sicherstellen“, sagt der Kommandant des Truppenübungsplatzes Oberlausitz, Oberstleutnant René Pirschel.

 Am Montag wird in Zagan der Staffelstab der US-Panzerbrigaden übergeben. Bis dahin ist der Aufmarsch der neuen Brigade abgeschlossen und die Einheit einsatzbereit. Für die Dagger-Brigade bedeutet dies, dass sie sich auf den Heimweg in die USA begeben kann. Welche Routen und Häfen für diesen Transport ausgewählt wurden, verrät die US-Armee noch nicht. Mit weiteren Transporten durch die Lausitz ist aber zu rechnen.

Derweil fokussiert sich die Aufmerksamkeit der Nato-Truppen in Osteuropa auf das Manöver an der Grenze zwischen Polen und Litauen. Die von US-Strategen „Suwalki-Lücke“ getauft Grenze ist ein schmaler Korridor zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Weißrussland. Sollte diese von russischen Truppen besetzt werden, wären die Nato-Staaten Litauen. Lettland und Estland nicht mehr auf dem Landweg erreichbar.Auch eine von der Bundeswehr geführte 1000-Mann-Truppe der Nato wurde deshalb im Süden Litauens stationiert.

Im Rahmen des Manövers, das bis zum 18. Juni geht, sollen unter anderem Luftangriffe an der Grenze trainiert und Flussüberquerungen trainiert werden.

Ein Teil von Saber Strike 18 ist auch die rasche Truppenverlegung innerhalb Europas. Deshalb sollten sich Anwohner in den Übungsstaaten, aber auch in Deutschland und Tschechien auf weitere Truppentransporte einstellen, kündigt das US-Militär an.

Laut Bundeswehr werden die US-Streitkräfte dazu rund 2000 Fahrzeuge und 7000 Soldaten aus Süddeutschland durch die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach Osten verlegen.