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| 01:24 Uhr

„Unser Wirtschaftskonzept soll Rot-Rot unter Druck setzen“

Annalena Baerbock: Braunkohle ist für uns eine Energiequelle der Vergangenheit. Foto: ZB
Annalena Baerbock: Braunkohle ist für uns eine Energiequelle der Vergangenheit. Foto: ZB FOTO: ZB
Brandenburgs Grüne wollen die rot-rote Landesregierung weiter unter Druck setzen. Vor dem Hintergrund des Energiekonzepts der Bundesregierung soll auf einer Sommerkonferenz am Wochenende in Beeskow (Oder-Spree) ein Konzept für eine nachhaltige, soziale Wirtschaft im Land debattiert werden. Die RUNDSCHAU sprach darüber mit der Landeschefin der Grünen, Annalena Baerbock.

Frau Baerbock, die Kanzlerin feiert das gerade erstellte Energiekonzept der Bundesregierung als “Revolution„. Wie bewerten Sie diesen Kompromiss mit längeren Atomkraftwerks-Laufzeiten?
Das ist für uns kein Konzept der Zukunft, sondern der Vergangenheit. Es wird aus unserer Sicht katastrophale Folgen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und für die Kommunen mit ihren Stadtwerken haben.

Da stimmen Sie mit SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck überein, der das Energiekonzept scharf kritisiert hat. . .
Opposition heißt nicht immer nur Schelte. Die Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken zu verhindern, das ist ein gemeinsames Anliegen. Wir werden das mit allen Mitteln versuchen. Von der Landesregierung unterscheiden wir uns aber an einem Punkt sehr stark. Denn wer bei Atomkraft “Nein, Danke„ sagt, der muss das auch bei Braunkohle tun. Für uns ist auch die Braunkohle eine Energiequelle der Vergangenheit, die erhebliche klima- und umweltpolitische Folgen hat.

Wie realistisch ist das Szenario eines Ausstiegs aus der Atomkraft und das gleichzeitige Ende der Braunkohle auch in der Lausitz?
Diverse Studien, auch des Bundesumweltamtes, belegen, dass dies möglich ist. Natürlich brauchen wir Konzepte, wie das passieren soll. Keineswegs von heute auf morgen. Der Fortschritt bei den erneuerbaren Energien hat gezeigt, dass es möglich ist, ab 2030 beim Strom vollständig auf diese Energieformen umzustellen. Dafür müssen aber die Atommeiler sowie die Braunkohlekraftwerke schrittweise vom Netz gehen.

Spielt die Braunkohle im Grünen-Wirtschaftskonzept, das auf der Sommerkonferenz in Beeskow beraten wird, eine Rolle?
Nein, Braunkohleverstromung ist für uns weder nachhaltig, noch sozial. In diesem Bereich entstehen keine zukunftsfähigen Jobs. In Beeskow wollen wir Grundlagen für ein grünes Wirtschaftskonzept erarbeiten, das im kommenden Herbst vorliegen und das Rot-Rot in Sachen Zukunftsfähigkeit unter Druck setzen soll.

Sehen Sie Brandenburg bei regenerativen Energien auf einem richtigen Weg?
Da können wir die Landesregierung auch mal loben. Auf den Erfolgen kann sie sich aber nicht ausruhen. Jetzt muss es vor allem zu einem gemeinsamen energiepolitischen Konzept mit Berlin kommen.

Mit Annalena Baerbock

sprach Christian Taubert