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| 13:08 Uhr

Hörsäle werden für Nachwuchs immer interessanter
Kinder-Universitäten sind ein Renner

Eine spannende Vorlesung der Kinder-Uni der Brandenburgischen-Technischen Universität (BTU) in Cottbus und Senftenberg: Prof. Peer Schmidt erklärt dem Nachwuchs, warum Elefanten nicht schwitzen und Astronauten nicht frieren. Der Hörsaal ist voll mit interessierten Kindern.
Eine spannende Vorlesung der Kinder-Uni der Brandenburgischen-Technischen Universität (BTU) in Cottbus und Senftenberg: Prof. Peer Schmidt erklärt dem Nachwuchs, warum Elefanten nicht schwitzen und Astronauten nicht frieren. Der Hörsaal ist voll mit interessierten Kindern. FOTO: btu
Cottbus/Senftenberg/Potsdam. Der Plan der Hochschulen im Land Brandenburg, mit dem Bau von Robotern aus Legosteinen und selbst erzeugtem Strom schon Grundschüler für Wissenschaft und Forschung zu begeistern, kommt bei Kindern und Eltern ausgesprochen gut an.

Kinder-Unis, bei denen Brandenburgs Hochschulen Grundschülern erste Schnuppervorlesungen und Experimente anbieten, erfreuen sich wachsender Beliebtheit im Land. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergeben.

Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus−Senftenberg freut sich über wachsende Beliebtheit bei den Jüngsten. „Wir konnten das Angebot in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau stabil halten“, bestätigt Uni-Sprecherin Marita Müller. Die 20 Veranstaltungen seien mit rund 2700 Veranstaltungsteilnehmern pro Jahr gut ausgelastet. Direkt im Anschluss an die Kinder-Uni werden an der Schüler-Uni Wettbewerbe mit Lego-Robotern ausgetragen. Zudem finden spezielle Vorlesungen, Exkursionen und spezielle Veranstaltungen zur Berufsorientierung statt.

„Wir haben jedes Jahr zwischen 1700 und 2000 Kinder dabei“, sagt Silke Engel, Sprecherin der Universität Potsdam. „Mehr Vorlesungen können wir nicht anbieten, dann streiken die Dozenten“, sagt sie. Sonst könnte noch weit mehr Kinder begeistert werden, Interessenten gebe es mehr als genug.

Während an der Universität Potsdam die meisten Angebote aus der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät kommen - dafür interessieren sich der Sprecherin zufolge nämlich die meisten Kinder - dreht sich an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam alles um bewegte Bilder. „Angefangen hat das Projekt vor elf Jahren mit rund 80 Kindern pro Durchgang“, sagt der Projektkoordinator der Kinderfilmuniversität, Arne Brücks. In den vergangenen Jahren sind die Anmeldezahlen auf bis zu 120 Kinder gestiegen.

Leicht rückläufig aber stabil sind die Teilnehmerzahlen der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder). „Pro Vorlesung kommen etwa 150 bis 200 Kinder“, erklärt Universitätssprecherin Ulrike Polley. In den Jahren bis 2010 habe es pro Vorlesung sogar schon 500 Teilnehmer gegeben. „Das ist aber deutlich zu viel, denn dann wird es zu unruhig“, sagt sie. Wie in Potsdam habe ein Großteil der Vorlesungen einen naturwissenschaftlichen Fokus, Sprachen seien aber auch beliebt. Neben deutschen halten hier auch polnische Dozenten aus dem benachbarten Słubice kindgerechte Vorlesungen.

Und Grundschüler finden über dieses spezielle Angebot sogar den Weg an die Hochschule, versichert BTU-Sprecherin Marita Müller. „Wir wissen tatsächlich von einzelnen Studierenden und sogar Absolventen, die in den Anfangstagen der Kinder-Uni dabei waren und deren Leidenschaft für Wissenschaft und Forschung sie an die BTU geführt hat», berichtete die Lausitzerin. Inzwischen seien einige der ehemaligen Kinder-Studenten auch als Lehrende in der Kinder-Uni aktiv.

(kw)