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Bund und Länder beraten über Kompromisse
Umweltminister stärken Bauern im Streit um Wölfe den Rücken

Die Umweltminister von Bund und Ländern kommen am 17.11.2017 in Potsdam (Brandenburg) zusammen, um über den aktuellen Stand des Schutzes des Wolfes, des Diesel-Skandals und die Klimaschutzpläne von Bund und Ländern zu sprechen.
Die Umweltminister von Bund und Ländern kommen am 17.11.2017 in Potsdam (Brandenburg) zusammen, um über den aktuellen Stand des Schutzes des Wolfes, des Diesel-Skandals und die Klimaschutzpläne von Bund und Ländern zu sprechen. FOTO: Bernd Thissen / dpa
Potsdam. Die Ausbreitung der Wölfe löst bei manchen Bauern und Jägern Ängste aus - dagegen betonen Naturschützer, dass ein Miteinander von Mensch und Wolf durchaus möglich ist. Die Umweltminister von Bund und Länder beraten über Kompromisse. Von Deutsche Presse-Agentur GmbH dpa

Die Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern hat im Streit um den Wolf den Bauern den Rücken gestärkt. Im Beschluss ihrer Herbstkonferenz am Freitag in Potsdam betonten die Minister die Bedeutung der Weidehaltung etwa von Rindern und Schafen. Der Bund wurde zudem aufgefordert, Definitionen für sogenannte Problemwölfe zu finden. Die Haltung von Tieren auf der Weide sei wegen der zunehmenden Zahl an Wölfen, die immer wieder Tiere reißen, bedroht, hatten Bauernverbände erklärt. Weidetierhaltung dürfe nicht dem Wolfsschutz untergeordnet werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte nach der Konferenz, seinen Schätzungen nach gebe es heute bereits rund 650 Wölfe in Deutschland. Die Marke von 1000 Wölfen werde schneller erreicht als gedacht. Die Marke sei wichtig, weil Experten dann von einer guten genetischen Vielfalt ausgingen. Das sei auch die Voraussetzung, um eine Begrenzung festzulegen. Da man seiner Meinung nach auch die rund 670 Wölfe in Westpolen zur Population dazurechnen müsse, sei die Marke zudem womöglich schon erreicht.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, widersprach der Darstellung. Amtlich werde nur die Zahl der erwachsenen Wölfe gezählt. Die Wolfswelpen beteiligten sich nicht an der Jagd und würden oftmals früh sterben. Für den Erhaltungszustand sei auch nicht allein die Zahl der Tiere entscheidend, sondern auch zum Beispiel der Zustand der Gebiete, in denen die Wölfe lebten.