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| 18:17 Uhr

Umfrage der Potsdamer Staatskanzlei
Brandenburger sind weitgehend zufrieden, und Politik-Skeptiker

Ein Plakat der Brandenburger Marketingaktion, die unter dem Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ steht. Laut einer Umfrage der Brandenburger Staatskanzlei sind die Brandenburger weitgehend zufrieden. Aber: Die Skepsis gegenüber der Politik und Politikern ist groß.
Ein Plakat der Brandenburger Marketingaktion, die unter dem Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ steht. Laut einer Umfrage der Brandenburger Staatskanzlei sind die Brandenburger weitgehend zufrieden. Aber: Die Skepsis gegenüber der Politik und Politikern ist groß. FOTO: LR / Staatskanzlei Brandenburg
Potsdam. Eine Umfrage der Potsdamer Staatskanzlei zeigt ein zwiespältiges Bild der Stimmung im Land Brandenburg. Von Ulrich Thiessen

Der Märker scheint ein misstrauisches Wesen zu sein. Glaubt man der ersten Umfrage der Staatskanzlei zur Stimmungslage im Land, so vertraut er politischen Institutionen eher nicht. Trotzdem sind die meisten Brandenburger zufrieden mit ihrem Leben.

Das Positive vorne weg: 76 Prozent der Brandenburger sind sehr zufrieden (15 Prozent) oder eher zufrieden mit ihrem Leben (61 Prozent). Der ersten Umfrage, die die Staatskanzlei im Auftrag des Landtages in Auftrag gegeben hat, erbrachte jedoch auch, dass schon bei der Frage nach der finanziellen Situation die Gesellschaft gespalten zu sein scheint: 53 Prozent geht es gut, 47 weniger gut bis schlecht. Letzte Gruppe glaubt mehrheitlich auch nicht, dass sich ihre Lage in den nächsten Jahren verbessern wird.

Insgesamt sehen 51 Prozent der vom Meinungsinstitut policy matters Befragten eher positiv in die Zukunft, 49 Prozent tun dies mit Sorgen. Die größten Ängste im privaten Bereich gibt es dabei, wenn es um die Zukunft der Kinder und die eigene Absicherung im Alter geht.

Auch die Politik wird mit Skepsis bewertet. 54 Prozent sind mit der Landesregierung wenig bis gar nicht zufrieden. Sehr zufrieden ist nur ein Prozent, eher zufrieden 45 Prozent der Umfrageteilnehmer. Auch das Vertrauen in die politischen Institutionen ist nicht sehr hoch. 86 Prozent der rund 1000 Befragten haben kein Vertrauen in die Parteien, 51 Prozent nicht einmal in diejenige Partei, die sie selbst gewählt haben.

Der Bundestag genießt nur bei 16 Prozent Vertrauen, der Landtag immerhin bei 25 Prozent und die Landesregierung bei 27 Prozent. Das meiste Vertrauen genießen – wenn auch nicht bei der Mehrheit – noch die Bürgermeister mit 41 Prozent.

Befragt nach Institutionen generell hat der Märker vor allem Vertrauen in die Feuerwehr (89 Prozent), in die Polizei (59) und die Gemeinde- beziehungsweise Stadtverwaltung mit 40 Prozent. Knapp danach kommen die Gerichte, denen noch 39 Prozent Vertrauen entgegen bringen. Am Ende der Skala rangieren die Kirchen, die auf 17 Prozent Zustimmung kommen.

 Vor sieben Jahren hatte der Landtag schon einmal ähnliche Fragen stellen lassen. Damals lag das Vertrauen in die Institutionen noch etwas höher als heute. Für die Polizei lag die Zustimmung bei 66 Prozent, für die Gerichte bei 49 Prozent. Auch die Landesregierung schnitt damals mit einem Wert von 39 Prozent noch wesentlich besser ab als bei der aktuellen Umfrage.

 Noch einmal zurück zu den aktuellen Erhebungen: Die Landespolitik interessiert nur 45 Prozent der Befragten, während Politik allgemein bei einer knappen Mehrheit von 53 Prozent auf Interesse stößt. 54 Prozent geben an, gering oder schlecht über die Politik in Brandenburg informiert zu sein.

 Die wichtigsten Informationsquellen für landespolitische Themen sind  mit 51 Prozent das Fernsehen, gefolgt von den Tageszeitungen mit 31 Prozent und dem Radio mit 27 Prozent. Die regionalen Tageszeitungen, das Radio und der Fernsehsender des rbb werden mit Werten zwischen 80 und 85 Prozent zu den glaubwürdigsten Medien gezählt. Soziale Medien und Online-Foren gelten dagegen nur für 42 Prozent der Brandenburger als vertrauenswürdig.

www.brandenburg.de