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| 01:04 Uhr

Trotz Niedrigwassser nicht mehr Grenzgänger

Frankfurt (Oder).. Durch das niedrige Wasser der Oder können die Kontrollboote des Bundesgrenzschutzes (BGS) nicht mehr auslaufen. „Die Boote sind nicht einsetzbar, da sie zu tief liegen“ , sagte Claudia Skowronek, Sprecherin des Bundesgrenzschutzamtes Frankfurt (Oder) gestern.

Die Besatzungen verrichteten Streifendienst am Ufer. Seit das Wasser des Grenzflusses so dramatisch gesunken ist, hat der BGS seine Kontrollen an der EU-Außengrenze ver-stärkt. Der Pegel des Grenzflusses zeigte gestern in der Oderstadt 98 Zentimeter an.
Das flache Wasser auf dem sonst eher gefährlichen Grenzstrom hat bisher nicht mehr illegale Grenzgänger angelockt als zu anderen Zeiten. Seit Jahresbeginn seien 625 Menschen bei der illegalen Einreise gestellt worden, sagte Skowronek. Im gesamten Jahr 2002 seien es 1132 Personen gewesen. In den vergangenen Tagen seien ein paar Jugendliche durch den Fluss geschwommen, dafür aber auch von polnischer Seite zur Kasse gebeten worden.
"Wir setzen auf Prävention", betonte die Sprecherin. Die Streifen seien zu Fuß, in Fahrzeugen und auch per Hubschrauber unterwegs, um die EU-Außengrenze zu kontrollieren. Deutsche und polnische Grenzschützer gingen auch gemeinsam Streife. Wärmebildkameras, die sonst nur nachts genutzt würden, seien jetzt auch am Tag eingeschaltet. "Damit kann man weiter sehen als mit bloßem Auge."
Im Gegensatz zum BGS fehlt den Beamten vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder) nicht die sprichwörtliche "Handbreit Wasser unterm Kiel". Der Zoll ist mit vier so genannten Jet-Booten im Einsatz, die von Frankfurt aus auf der Oder nach Norden und Süden patrouillierten.
Das Bundesgrenzschutzamt ist für die 260 Kilometer lange Grenze Brandenburgs zu Polen zuständig, die bis auf wenige Kilometer Wald von Oder und Neiße gebildet wird. Allein im Raum Frankfurt (Oder) sind mehr als 500 Beamte in drei Schichten im Einsatz. (dpa/gb)