ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:19 Uhr

Sachsen & Brandenburg
Trockenheit und Frost drücken den Ertrag

 Auf einer Plantage bei Coswig hängen die dunklen Aronia-Früchte an einem Zweig. Die Beeren enthalten unter anderem sehr viel Vitamin C, weswegen sie von manchen auch als Superfrüchte eingestuft werden.
Auf einer Plantage bei Coswig hängen die dunklen Aronia-Früchte an einem Zweig. Die Beeren enthalten unter anderem sehr viel Vitamin C, weswegen sie von manchen auch als Superfrüchte eingestuft werden. FOTO: dpa / Robert Michael
Dresden. Die dunkle Aronia-Beere, die vor allem auf Feldern in Sachsen und Brandenburg wächst, gilt als sehr gesund. Der Saft wird mittlerweile bis nach Asien geliefert. Von Christiane Raatz

Auf den Aronia-Feldern in Sachsen hat die Ernte begonnen. „Die Beeren sind schneller reif geworden, als wir zunächst dachten“, sagte der Geschäftsführer von Aronia-Original, Jörg Holzmüller. Auf den Feldern in Brandenburg sollen die Beeren erst in gut einer Woche gepflückt werden.

Mehrmals am Tag misst der Chef derzeit den Zuckergehalt der Beeren mit einem sogenannten Refraktometer, das auch beim Weinbau zum Einsatz kommt. So kann der optimale Zeitpunkt der Reife - und Ernte – bestimmt werden. Die Qualität der dunklen Beeren sei gut, so Holzmüller. Der Ertrag werde hingegen wegen Trockenheit und Frostschäden „eher mager“ ausfallen. Vereinzelt gibt es komplette Ernteausfälle. Allein auf den Feldern in Coswig (Kreis Meißen) hatte Holzmüller mit 300 Tonnen Beeren gerechnet. „Nun wird es gerade einmal ein Drittel.“

Zu wenig Feuchtigkeit im Boden

Grund sind der Dürresommer 2018 und seine Folgen. „Wir haben einfach zu wenig Feuchtigkeit im Boden“, sagte Holzmüller. Zudem habe es auch im Frühjahr zu wenig geregnet. Zahlreiche Beeren könnten daher nicht zu Saft gepresst werden.

Für den Landwirt Gerhard Jochen wird es in diesem Jahr nichts mit der Aronia-Ernte im märkischen Beelitz. „Außergewöhnliche Fröste im Frühjahr von bis zu minus acht Grad haben die Blüten vernichtet“, sagt er. Auf eine Art ist er froh darüber. „Denn aufgrund der Hitze und Trockenheit in diesem Sommer wären alle Beeren am Strauch vertrocknet“, sagt der 68-Jährige. Das hätte den 5000 Pflanzen, die auf seinem Acker stehen, zusätzlichen Stress bereitet.

Der finanzielle Erfolg bleibt bislang aus

2010 hatte sich der Brandenburger Landwirt zum ersten Mal mit den Aronia-Pflanzen beschäftigt und sich in Sachsen über den Anbau informiert. „Ich kaufte für 20 000 Euro Pflanzen und erntete erstmals 2014 drei Tonnen Beeren“, erzählt er. Das sei die bislang größte Menge gewesen. Jochen, der die Aronia-Beeren an Selbstpflücker verkauft, lässt trotz des ausbleibenden finanziellen Erfolgs nichts auf das Obst kommen. „Aronia ist eine Zukunftspflanze und kommt mit den unterschiedlichsten Bodenbedingungen zurecht“, betont er. Gut wäre eine Bewässerungsanlage, aber das Geld will Jochen nicht ausgeben.

Etwa das Vierfache an Wasser hat Holzmüller für seine eigenen Felder in diesem Jahr verwendet. Zudem sollen spezielle Präparate wie Kamille oder Hornkiesel‎ die Pflanzen widerstandsfähiger machen. Holzmüller bewirtschaftet seine Plantagen in Sachsen und Brandenburg nach ökologischer Anbauweise. „Nur in einer natürlichen Landschaft können wir auch eine natürliche und gesunde Pflanze haben.“

  Aronia-Original-Gründer Jörg Holzmüller misst mit einem Refraktometer den Brechungsindex der Beeren und bestimmt so deren Süße.
Aronia-Original-Gründer Jörg Holzmüller misst mit einem Refraktometer den Brechungsindex der Beeren und bestimmt so deren Süße. FOTO: dpa / Robert Michael

In Sachsen und Brandenburg baut Aronia-Original auf rund 250 Hektar Aronia-Beeren an. Rund 900 Tonnen hat das Unternehmen 2018 geerntet, in diesem Jahr rechnet Holzmüller mit einem Ertrag zwischen 550 und 700 Tonnen. Innerhalb weniger Stunden nach dem Ernten werden die dunklen Beeren in der Region gepresst und weiterverarbeitet.

Verkauft wird vor allem der Saft, etwa in Reformhäusern und Bioläden. Die aus Nordamerika stammende Aronia gilt als Super-Frucht, weil sie viele gesunde Stoffe wie Vitamin C enthält. Geliefert werden die Aronia-Produkte vor allem nach Deutschland, zunehmend aber auch nach Asien. „Dort gibt es ein ganz anderes Gesundheitsbewusstsein“, sagt Holzmüller. Sachsen ist mit mehr als 26 Prozent Deutschlands größte Anbauregion.