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| 22:15 Uhr

Letzte Glutnester werden gelöscht
Treuenbrietzen: Verdacht auf Brandstiftung

Ein Panzer der Bundeswehr schneidet bei Kaulsdorf eine Schneise in den Wald, damit die Feuerwehrleute besser an die Glutherde herankommen. Drei Tage nach Ausbruch des Waldbrands in Treuenbrietzen vor den Toren Berlins hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Glutnester aber noch nicht komplett gelöscht.
Ein Panzer der Bundeswehr schneidet bei Kaulsdorf eine Schneise in den Wald, damit die Feuerwehrleute besser an die Glutherde herankommen. Drei Tage nach Ausbruch des Waldbrands in Treuenbrietzen vor den Toren Berlins hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Glutnester aber noch nicht komplett gelöscht. FOTO: dpa / Christian Pörschmann
Treuenbrietzen. Während die Feuerwehr die letzten Glutnester des Waldbrandes löscht, gehen Ermittler auf Ursachensuche.

(dpa/lsc) Am Sonntag, drei Tage nach Ausbruch des Waldbrands vor den Toren Berlins, hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Glutnester waren aber noch nicht komplett gelöscht. „Es flammt immer mal wieder auf“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Vize-Landrat Christian Stein (CDU) hatte zuvor gesagt: „Wir haben die Lage soweit im Griff.“ Das rund 400 Hektar große Gebiet sei „sicher eingekreist“. Wegen vieler Glutnester könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden.

In der Nacht zu Sonntag traf Unterstützung von der Bundeswehr ein, um mit einem Pionierpanzer Schneisen in den Wald bei Treuenbrietzen zu schneiden. Damit könne die Feuerwehr näher an die letzten Glutnester herankommen, erklärte Landesinnenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Während der Arbeiten hatte der Panzer in der Nacht zu Sonntag Munition im Waldbrandgebiet in Treuenbrietzen nahe Potsdam freigelegt, wie ein Sprecher der Einsatzleitung am Sonntag sagte.

16 Kräfte des Kampfmittelräumdienstes seien im Einsatz gewesen, um die Munitionsreste zu sichern und zu entfernen. Die Feuerwehr musste ihre Löscharbeiten unterbrechen. Noch in der Nacht konnten die Granaten allerdings entfernt werden. Rund 400 Einsatzkräfte waren am Abend noch im Einsatz.

Der Landkreis rechnete damit, dass der Großteil der Löscharbeiten am Montag beendet sein wird. Dann müssten viele Feuerwehrleute wieder zur Arbeit. Im Einsatz waren ehrenamtliche Kräfte von Feuerwehren. „Die Hilfsbereitschaft ist groß“, berichtete die Sprecherin. Menschen aus der Umgebung hätten reichlich Essen für die Einsatzkräfte vorbeigebracht. „Wir hatten so viel, dass wir das Essen aus einem Krankenhaus wieder abbestellt haben.“

In der Nacht konnten alle Einwohner wieder in ihren Häusern schlafen. Der Kreis hob die Evakuierung von Klausdorf und Tiefenbrunnen am Abend auf. Der Ort Frohnsdorf war bereits am Freitagmittag wieder freigegeben worden. Um die 500 Menschen hatten ihre Häuser in den drei Dörfern südlich von Potsdam am Donnerstagabend verlassen müssen.

Unterdessen rückt die Ursachenforschung in den Vordergrund. Innenminister Karl-Heinz Schröter äußerte den Verdacht, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sein könnte. Die Brände, die am Donnerstag erst rund fünf Hektar umfassten und sich rasend schnell auf 400 Hektar ausdehnten, waren an drei Stellen gleichzeitig ausgebrochen. Auch lägen „weitere Hinweise“ vor, hatte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Samstag nach einer Lagebesprechung vor Ort gesagt. Details wolle man nicht nennen. „Die Ermittlungen laufen“, sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker am Sonntag. Wann mit ersten Ergebnissen der Spurensuche zu rechnen sei, könne man noch nicht sagen. Die Flammen müssten gelöscht sein, damit die Ermittler die Orte, an denen das Feuer zuerst wütete, untersuchen könnten. Ein Brand, der am Samstag auch in der Nähe von Beelitz etwas nördlich von Treuenbrietzen ausbrach, wurde rasch unter Kontrolle gebracht.

(dpa)