Ein vier Jahre altes Mädchen ist am Dienstagabend (17. Mai) bei einer Familienfeier am Klempowsee bei Wusterhausen/Dosse gestorben. Als das Fehlen des Mädchens bemerkt wurde – die Großeltern hatten es laut der Polizei als vermisst gemeldet – hatten zunächst Einsatzkräfte mit Spürhunden, Hubschrauber, Polizei und auch Verwandte nach dem Kind gesucht, wie die Polizei mitteilte. Zudem habe es eine „überwältigende Hilfsbereitschaft“ von vollkommen Fremden gegeben.
Nach einer rund zweistündigen Suche, für die auch die Wasserwacht Potsdam mit einem Tauchtrupp in Bereitschaft stand, wurde den Angaben zufolge der leblose Körper des Mädchens nahe dem Ufer im Wasser treibend gefunden.

Todesursache des Mädchens noch unbekannt

Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen. Warum es starb, war zunächst noch unklar. „Wir gehen von einem tragischen Unglücksfall aus und dass das Mädchen ertrunken ist“, sagte Joachim Lemmel von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord in Neuruppin am Mittwochmorgen. Es müsse aber wie immer in solchen Fällen geprüft werden, „was genau passiert ist und wie es passiert ist.“ Die genaue Todesursache werde untersucht. Die Leiche des Kindes sollte obduziert werden.
Dass der Klempowsee ein besonders gefährliches Gewässer ist, konnte Joachim Lemmel am Mittwoch nicht bestätigen. Zumal es sich beim Unglücksort um einen „normalen Bootssteg“ handelte, so der Polizeisprecher. Er sieht ein großes Problem an anderer Stelle: „Viele Kinder können nicht schwimmen“, so Lemmel. Auch wenn Vierjährige noch keinen Schwimmunterricht nehmen, ist das eine enorme Gefahrenquelle für alle Kinder. „Die Schwimmhallen hatten wegen der Pandemie geschlossen“, so Lemmel. Die Sicherheit von Kindern konnte also gar nicht trainiert werden.
Im Rahmen der Ermittlungen werden auch die weiteren Umstände des Unglücks beleuchtet. „Die Familie leidet jetzt sicher. Aber es wird auch geklärt werden müssen, ob das hätte verhindert werden müssen“, sagte Lemmel auf die Frage, inwiefern die Eltern oder verantwortlichen Erwachsenen ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind.

Wurden Sicherungspflichten verletzt?

Es gehe auch um die Frage, ob Sicherungspflichten verletzt worden seien, sagte der Sprecher. Schon am Abend des Unglücks hatte die Polizei erste Zeugen und auch tief getroffene Familienangehörige befragt. Die Vernehmungen sollten am Mittwoch fortgesetzt werden.
Die Familie hatte am Dienstagabend nahe der Südspitze des langgezogenen Sees bei Wusterhausen (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) gefeiert. Dort gibt es einen Campingplatz und ein Restaurant. Gegen 18.30 Uhr wurde das kleine Mädchen vermisst, wie ein Polizeisprecher berichtete. Um 18.40 Uhr ging der Alarmruf bei der Polizei ein.
Sofort begann eine großangelegte Suchaktion von Polizisten und der Feuerwehr. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von vielen freiwilligen Helfern, wie der Sprecher sagte. „Unzählige Bürger haben Boote zur Verfügung stellen wollen, es gab eine überwältigende Hilfsbereitschaft“, so Lemmel. „Das war auffällig. Und es handelte sich nicht um Gaffertum.“
Ein Hubschrauber überflog das Gebiet, mit Spürhunden wurden der Wald und die Ufer abgesucht, Feuerwehrleute waren mit Booten auf dem Wasser unterwegs. Nach etwa zwei Stunden wurde die Leiche des Kindes gefunden. Sie trieb im Wasser, nahe dem Ufer. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen.
Richtigstellung: In einer früheren Version hieß es, das verunglückte Mädchen sei fünf Jahre alt gewesen. Das wurde nun geändert.