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Prozess zu Schweinemast in Hassleben
Verwaltungsgericht verhandelt über Schweinemastanlage Haßleben

Mit Postern und Plakaten demonstrierten Umweltaktivisten und Tierschützer immer wieder gegen die  geplante Schweinemastanlage.
Mit Postern und Plakaten demonstrierten Umweltaktivisten und Tierschützer immer wieder gegen die geplante Schweinemastanlage. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Potsdam. Schon zu DDR-Zeiten stand in der Uckermark eine riesige Schweinemastanlage. Die will ein niederländischer Unternehmer nun nutzen. Tierschützer klagen dagegen. dpa

(dpa/bb)  Das Potsdamer Verwaltungsgericht verhandelt seit heute über die Klage von Umwelt-Aktivisten und Tierschützern gegen die geplante Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark). Ein niederländischer Unternehmer wollte zunächst eine Mastanlage für 80 000 Schweine bauen, genehmigt wurden rund 37 000 Plätze. Auch diese Zahl ist den Gegnern viel zu hoch. Drei Widersprüche sind vom Landesumweltamt bereits abgelehnt worden. Das Verfahren um die geplante Anlage zieht sich seit fast 14 Jahren hin.

Zu DDR-Zeiten stand dort bereits eine Schweinemastanlage mit mehr als 100 000 Tieren, die 1992 geschlossen wurde. Umweltschützer befürchten nun neuerlich schädliche Auswirkungen auf Umwelt- und Naturschutzgebiete, vor allem durch die anfallende Gülle.

Der Betrieb werde soviel Gülle wie eine mittlere Großstadt produzieren, warnen die Umweltschützer. „Die Natur hat sich in den vergangenen 25 Jahren wieder gut erholt“, mahnte Thomas Volpers vom Bund für Natur und Umweltschutz Deutschland (BUND).

Die Umweltschützer fürchten auch Gefahren für den angrenzenden Naturpark Uckermärkische Seen und das nahe gelegene Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Bei der Klage geht es aber auch um Fragen des Brandschutzes. „Der Brandschutz ist ja nur mit jeder denkbaren Ausnahme genehmigungsfähig“, sagt Volpers. Auch die Grünen im Brandenburger Landtag sind gegen die Großmastanlage.

Das erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung mit mehr als 100 000 Unterschriften habe an der Haltung von Brandenburgs Landesregierung und Verwaltung offenbar wenig geändert, kritisierte der Grünen-Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke.