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| 18:53 Uhr

Versicherung will nicht zahlen
Teurer Lösch-Einsatz in Gutengermendorf

Längst repariert: Der Traktor ist auf dem Hof des Unternehmens schon wieder im Einsatz. ?Foto: Volkmar Ernst
Längst repariert: Der Traktor ist auf dem Hof des Unternehmens schon wieder im Einsatz. ?Foto: Volkmar Ernst FOTO: Volkmar Ernst
Gutengermendorf.. Agrar GmbH muss 5000 Euro für Reparatur eines Traktors verschmerzen. Die Gemeinde prüft Möglichkeit der Hilfe. Von Volkmar Ernst

5000 Euro muss die Agrar GmbH Gutengermendorf (Oberhavel) für die Reparatur eines Traktors bezahlen, der bei Löscharbeiten auf einem Feld in der Nähe beschädigt wurde. Die Versicherung will für den Schaden nicht aufkommen. Betriebschef Helmut Kohs würde bei einem Unglücksfall dennoch wieder helfen, sagt er.

Es war vor gut vier Wochen, da entdeckte Helmut Kohs, Leiter der Agrar GmbH Gutengermendorf, ein Feuer auf einem Feld am Ortsausgang – und handelte prompt. Er alarmierte Feuerwehr und Polizei. Eine Fläche von rund acht bis zehn Hektar stand damals auf dem Acker in Flammen, der zuvor abgeerntet worden war. Mehr als zehn Feuerwehren  aus dem Löwenberger Land und den Nachbarkommunen seien im Einsatz gewesen, um den Brand zu löschen, erinnert sich Kohs. Zusätzlich rief er in seinem Betrieb an und ließ einen Traktor mit Schieber kommen. Der sollte auf einem Streifen entlang der benachbarten Grundstücke Sand schieben, um die Flammen zu ersticken und vor allem um ein Übergreifen auf die Häuser zu verhindern. Das gelang auch.

Nur wurde bei diesem Einsatz auch der Kabelbaum des Traktors beschädigt, erzählt Kohs. Dass die Agrar GmbH auf dem Schaden sitzen bleiben würde, damit hatte er nicht gerechnet, damals auch darüber gar nicht nachgedacht. Doch weder über die Kfz- noch über die eigene Haftpflichtversicherung oder die des Landeigentümers kann er den Schaden geltend machen.

Auch die Feuerwehr ist  außen vor, weil Kohs spontan gehandelt hat und deshalb keine Anforderung der Feuerwehr vorweisen kann. Der Einsatz sei zwar von der Wehr protokolliert worden, doch geholfen hat es nichts. „Das war sozusagen höhere Gewalt“, sagt Helmut Kohs. Damit musste er sich abfinden, und das hat er auch getan. Der Traktor ist inzwischen repariert und auf dem Hof längst wieder im Einsatz.

Trotz allem ist es für Helmut Kohs keine Frage: Er würde wieder helfen, wenn Not am Mann sei. „Wir kennen uns in Gutengermendorf alle, und ich weiß, dass mir andere ebenso helfen würden, wenn es um mich oder das Unternehmen geht“, stellt er klar. Dass die 5000 Euro Reparaturkosten im Finanzplan der Agrar GmbH gerade in diesem Sommer mit erheblichen Ernteausfällen durchaus schmerzlich zu Buche schlagen, sagt er auch. Doch viel schlimmer wäre aus seiner Sicht gewesen, wenn die Flammen auf ein Grundstück oder ein Wohnhaus hätten übergreifen können. Dass das verhindert werden konnte, darüber freut sich Kohs auch heute noch.

Insofern hätte er den Einsatz für sich auch schon abgehakt, wenn sich im Verlauf der jüngsten Ortsbeiratssitzung nicht Eckhard Schönberg danach erkundigt hätte. „Was hat eigentlich die Reparatur des Traktors gekostet, und hat die Versicherung dafür gezahlt?“, so seine Fragen. Wichtig war Schönberg dabei vor allem, auf die Zivilcourage zu verweisen, mit der Kohs sofort gehandelt habe. „Im Brandfall oder in einem anderen Unglücksfall müssen die Leute sofort reagieren, ohne zuerst darüber nachzudenken, ob ihnen ein finanzieller Schaden entsteht“, stellt er dazu klar.

Ob die Gemeinde tatsächlich helfen kann, da wollte sich Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes, auf Nachfrage unserer Zeitung nicht festlegen. „Dazu kenne ich den speziellen Fall zu wenig“, sagte er, versprach aber, sich des Falls anzunehmen.