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| 16:03 Uhr

Polizei
Terrorgefahr in Brandenburg steigt

Symbolfoto
Symbolfoto FOTO: Fotolia
Frankreich trauert um die Opfer: Ein Islamist hat am Freitag vier Menschen getötet. dpa mit bob

Mit der Präsentation der Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität hat das Brandenburger Innenministerium am Freitag auch eine Bewertung der Terrorgefährdung vorgelegt. Demnach ist die Gefährdungslage in Brandenburg gestiegen, von „abstrakt hohe Gefahr“ auf „hohe Gefahr“. Deutschland stehe „unverändert im Zielspektrum verschiedener jihadistischer Organisationen wie IS oder Al Qaida“.

„Unter den Gefährdern und relevanten Personen des Landes Brandenburg ist der Anteil von Personen aus der Region Nordkaukasus weiterhin überproportional hoch. Diese sind häufig religiös und ideologisch gefestigt“, heißt es in der Lagebeurteilung der Polizei. Die potenziellen Täter hätten eine „hohe Konfliktbereitschaft und eine niedrige Hemmschwelle zur Anwendung schwerer körperlicher Gewalt, selbst bei banalen Anlässen“. Einige würden zudem Kriegs- und Kampferfahrungen mitbringen.

Das Spektrum möglicher Anschläge reicht von kleinen Einzeltaten wie am Freitag in Frankreich bis hin zu größeren Terrorakten wie auf dem Berliner Breitscheidplatz. „Der Schwerpunkt liegt auf Szenarien mit einfach zu beschaffenden, zu lagernden und einzusetzenden Tatmitteln, wie Schusswaffen oder sonstigen gefährliche Gegenständen, zu denen auch Kfz gehören“, so die Lageeinschätzung für Brandenburg. Aber auch „komplexe Gewaltausbrüche“ mit einem hohen Grad der Planung, Vorbereitung und Durchführung seien denkbar. Die Polizei spricht von einer niedrigen zweistelligen Zahl islamistischer Gefährder in Brandenburg sowie bis zu zehn „relevanten Personen“.

In Frankreich hat ein junger Angreifer am Freitag bei mehreren Attacken in der Region Carcassonne im Süden des Landes drei Menschen erschossen, 16 weitere wurden nach Angaben von Staatspräsident Emmanuel Macron verletzt. Nach stundenlangem Drama erschoss die Polizei den Täter, der sich in einem Supermarkt verschanzt hatte. „Unser Land hat einen islamistischen Terroranschlag erlitten“, sagte Macron in Paris. Der Polizist Arnaud Beltrame, der sich gegen die Geiseln hatte austauschen lassen und vom Attentäter angeschossen wurde, verstarb im Krankenhaus. Politik Seite 7