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Tagesmüttern droht Altersarmut

Pro Kind werden in Brandenburg 2,78 Euro pro Stunde gezahlt.
Pro Kind werden in Brandenburg 2,78 Euro pro Stunde gezahlt. FOTO: dpa
Potsdam. Brandenburgs Tagesmütter sorgen sich um ihre Rente. "Die Vergütung für die Kindertagespflege ist für eine existenzsichernde Tätigkeit unzureichend", sagte die Vorsitzende des Landesverbands Kindertagespflege Brandenburg, Ingrid Pliske-Winter, am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. iwe1

Derzeit erhielten Tagesmütter in Brandenburg einen durchschnittlichen Stundensatz von 2,78 Euro pro betreutem Kind. "Wer da zwischendrin mal an die Rente denkt - das ist ein Desaster, wenn man mal seinen Rentenbescheid anschaut", sagte Pliske-Winter.

In Brandenburg gibt es insgesamt 1100 Tagesmütter und Tagesväter, die 3955 Kinder betreuen. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl allerdings rückläufig: 2015 gab es noch 1158 Tagespflegepersonen in Brandenburg.

Viele von ihnen würden über die Belastungsgrenze hinaus, selbst bei Krankheiten, arbeiten, weil es an Vertretungsangeboten fehle. "Die rechtlichen Vorgaben des SGB VIII werden nicht überall richtig umgesetzt", sagte Pliske-Winter. "Die Kindertagespflegepersonen machen ihren Job sehr gerne." Was ihnen das Leben schwer mache, seien die Vorgaben aus der Verwaltung.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) erklärte im Ausschuss, ihm würden Sozialdezernenten der Landkreise berichten, dass Bürgermeister mit der Bitte, die Pflegestellen nicht zu fördern, an sie heranträten, weil sie sich um den Weiterbestand der kommunalen Kindertagesstätten sorgten.

Wie die Referatsleiterin im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Bettina Stobbe, erklärte, sei die Finanzierung der Kindertagespflege eine kommunale Pflichtaufgabe. Daher fielen die Beiträge für die Tagesmütter von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich aus. Das Land unterstütze die Tagesmütter durch ein umfangreiches Beratungs- und Schulungsprogramm.