| 02:40 Uhr

Tack will zentrales Krebsregister für Berlin-Brandenburg

Anita Tack
Anita Tack FOTO: dpa
Blankenfelde-Mahlow. Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) setzt in der Gesundheitsvorsorge verstärkt auf eine Zusammenarbeit mit Berlin. Das gilt für ein gemeinsames Krebsregister wie auch bei der Verpflichtung von Nachwuchsmedizinern. dpa/uf

Ministerin Tack hat sich für den Aufbau eines zentralen Krebsregisters gemeinsam mit dem Nachbarland Berlin ausgesprochen. Dies wäre ein sinnvoller Schritt, sagte die Linken-Politikerin auf einer Versammlung der Landesärztekammer am Samstag in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming). Das Land Brandenburg habe sehr gute Erfahrungen mit dem seit 1994 bestehenden flächendeckenden klinischen Krebsregister. Es erfasse fast vollständig Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Den fünf Onkologischen Schwerpunkten Cottbus, Potsdam, Frankfurt (Oder), Neuruppin und Schwedt sind zudem Nachsorge-Leitstellen angegliedert. Diese führen regionale klinische Krebsregister, mit deren Daten Nachsorge und Langzeitbetreuung der Tumorpatienten unterstützt werden. Laut Ministerin Tack sollen in einem ersten Schritt diese Regionalregister unter dem Dach der Landesärztekammer Brandenburg zusammengefasst werden.

Außerdem will die Ministerin verstärkt auf den Mediziner-Nachwuchs zugehen. Dabei setzt sie verstärkt auf die Kooperation mit der Berliner Charité. In zwölf Lehrkrankenhäusern zwischen Elbe und Oder können Charité-Studenten ihr Praktisches Jahr absolvieren. "Hierüber wollen wir den Nachwuchs auch über den Studienabschluss hinaus an diese Krankenhäuser binden", erklärte Tack. In zehn Prozent der Fälle sei dies bereits geglückt. "Diese Quote müssen wir weiter ausbauen." Zusätzlich soll die Kassenärztliche Vereinigung verstärkt Mediziner direkt einstellen. So könne ihnen das wirtschaftliche Risiko abgenommen werden. Mit diesem Schritt sollen vor allem junge Ärztinnen angesprochen werden. "Und diese bevorzugen das Anstellungsmodell", sagte Tack.

Brandenburgs CDU-Landes- und Fraktionschef Michael Schierack forderte unterdessen die Landesregierung zum Handeln bei der Gründung einer medizinischen Fakultät auf. Der Antrag privater Träger liege seit mehr als einem Jahr vor, betonte Schierack. Die Fakultät sei wichtig, um dringend benötigte Ärzte ins Land zu holen. Brandenburg ist bundesweit das einzige Flächenland, in dem keine Mediziner ausgebildet werden. Beide Privatinitiativen kommen aber bislang mit ihren Projekten nicht so recht voran. In einem Gemeinschaftsprojekt arbeiten die Ruppiner Kliniken GmbH und das städtische Krankenhaus in Brandenburg/Havel an einer Hochschule in Neuruppin. Außerdem will ein Verbund christlicher Kliniken die Ausbildung über den Ableger eines österreichischen Partners organisieren.